Schüssel für einen Trangia 27

Claudia hatte mal wieder so eine Idee. Für unsere Radtour 2018 durch Frankreich will sie für mancherlei Zwecke eine Schüssel mitnehmen. Die bewährte Ortlieb-Faltschüssel ist ihr jedoch zu schwer. Warum, so sinnierte sie, nicht einfach den verpackten Trangia in ein passendes Behältnis stellen und dieses als Schüssel nutzen? Der zusätzliche Platzbedarf wäre doch nur minimal!
Ja, warum eigentlich nicht? Und da sie so eine Art hat, die Dinge zu betreiben, folgte alles weitere unserer erprobten Vorgehensweise: Sie hat die Ideen – ich setze sie um. Dabei wird dann solange gemäkelt, bis alles zu unserer beider Zufriedenheit erledigt ist.

Als erstes ging ich also mal auf die Suche nach einem passenden Behältnis. Es sollte

  • preiswert,
  • möglichst leicht,
  • hinreichend robust,
  • nicht splitternd,
  • warmwasserbeständig,
  • und passend für einen verpackten Trangia 25, bzw. 27 sein.

Ich fand einen Eimer, in dem Waffeln verpackt waren. Es war schon ein Jammer, dass ich all die leckeren Waffeln erst aufessen musste, bevor ich mit Basteln anfangen konnte. Mein Trangia 27 passte mit leichtem Spiel ohne Mühe genau hinein.

Die Schüssel sollte zumindest heißes Wasser vertragen. Also wurde dies zunächst getestet, denn alles andere wäre ansonsten hinfällig. Am Schluss füllte ich sogar 1,5 Liter kochendes Wasser in meinen Waffeleimer und er bestand auch diesen Härtetest anstandslos. Mit PET-Flaschen hatte ich da schon wahre Schrumpforgien erlebt.

Als nächstes legte ich die Höhe der künftigen Schüssel fest. Er sollte ca. einen Zentimeter über den darin befindlichen Trangia reichen. Die Schnittstelle zeichnete ich rundum mit einem Marker an und schnitt dann das überschüssige Material mit einer Schere sauber ab.

Der Schnitt wird ganz einfach am Waffeleimer auf diese Weise angezeichnet

Den Schüsselrand habe ich mit Schmirgelpapier sorgfältig entgratet.

šDas Entgraten ist mit einem 80er Schmirgelpapier schnell und sauber erledigt

Nun legte ich noch die Positionen der drei Befestigungslöcher für die Tragegriffe fest und schmolz sie mittels eines heißen Metalldorns hinein. So minimierte ich die Gefahr eines späteren Ausreißens deutlich.

Das eingeschmolzene Loch für den Tragegriff sitzt 2 cm unter dem Rand der Schüssel

Für die Tragegriffe verwendete ich 3 mm Schnur. Die Befestigungslöcher dürfen nur so groß sein, dass die Schnur gerade hindurch gezogen werden kann.

Das Material für die Tragegriffe: ca. 100 cm Schnur (3 mm), 2 Tankas und ein Plastikring

Nun montierte ich noch die Tragegriffe. Sie sind an nur drei Punkten der Schüssel befestigt. Für die runde Form erschien mir dies am geeignetsten. Die Tragegriffe dienen zugleich der Fixierung des Trangias in der Schüssel beim Transport.
Die Konstruktion ist einfach: Bei einem Befestigungsloch wird ein kurzes Stück Schnur mit einem Plastikring von innen durchgezogen und außen mit einem Stopperknoten gesichert. Die Schnur sollte genau so lang sein, dass der Ring in der Mitte des Trangia liegt, wenn dieser sich in der Schüssel befindet.
Dann wird an einem Ende der längeren Griffschnur ein Stopperknoten geknotet, ein Tanka drauf gefädelt, die Schnur von außen durch ein freies Loch gezogen, dann durch den Ring, von innen durchs letzte Loch, durch den zweiten Tanka und dann noch ein Knoten. Fertig!
Die Griffschnur sollte nicht zu kurz sein und sich beim Gebrauch der Schüssel problemlos neben die Schüssel legen lassen.

Die Haltegriffe sind montiert. Sie werden bei Benutzung der Schüssel nicht stören
˜So lässt sich die Schüssel später sicher tragen. Man erkennt gut die Konstruktion der Tagegriffe

Für den Transport werden die Tragegriffe mittels der Tankas straff gezogen und der Trangia so in der Schüssel fixiert.

–Der Trangia 27 ist zum Transport sicher in der Schüssel verstaut

Und dann fragte mich „tib“ bei ODS ob man denn wirklich den zweiten Tanka braucht. Tja, hmm, eigentlich nicht. Da hätte ich aber wirklich auch selbst drauf kommen können! Hier also jetzt das endgültige Design.

Nun mit nur einem Tanka – geht doch!

Claudia wollte lieber eine konventionelle Ausführung, bei der der Rand zudem niedriger als der verpackte Trangia ist. Sie befürchtete Scheuern oder Brechen des Randes, wenn das Ganze in der Packtasche verpackt ist. Die Gefahr des Brechens dürfte nicht bestehen, denn das verwendete Material ist flexibel und kein wenig spröde. Aber gut, war kein Problem und so bekam sie ihre Wunschschüssel.

Für diese Schüssel wurden einfach zwei Haltegriffe eingeknotet
Die Schüssel ist deutlich niedriger als mein Modell. Eine Fixierung des Kochers für den Transport hielt Claudia nicht für erforderlich
Hier noch einmal der niedrigere Rand entsprechend Claudias Anforderungen.

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