Sicher Kochen im Minicamper!

Kochen im Mini-Camper ist zwar nicht gerade Überlebenstraining, kann aber durchaus den einen oder anderen Gefahrenmoment beinhalten. Zumal, wenn man zu unachtsam ist. Um meiner und meines Caddys Willen achte ich daher auf Sicherheit so gut es geht. Dieser kleine Bericht soll ausdrücklich für andere keine Anleitung zur Anwendung sein. Er ist ausschließlich eine Beschreibung dessen, was ich für meinen Gebrauch diesbezüglich für wichtig und richtig halte. Sollte trotzdem jemand danach handeln, so tut er dies auf eigene Gefahr! Im Schadensfall hafte ich nicht für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden aller Art.

Mein Kocher

Bei der Auswahl meines Kochers legte ich auf bestmögliche Sicherheit besonderen Wert. Es sollte ein Kartuschenkocher sein, mit großem Stövchen (Topfkreuz), auf dem Töpfe hinreichend sicher stehen. Meine Wahl fiel letztlich auf den „CAMPINGAZ CAMP’BISTRO DLX STOPGAZ“ mit einer Leistung von 2,2 kW. Warum?

1. Weil er mit preiswerten 220g Ventilgaskartuschen mit Butan (MSF-1a, TC-SUN-02 oder CP 250, oder 1A) betrieben werden kann, recht fein regelbar ist und mit 2,2 kW über hinreichend Heizleistung verfügt.

2. Weil der Gaszufluss nicht nur mittels eines Drehknopfs abgestellt werden kann, sondern die Gaskartusche auch mittels eines Unlock-Hebels komplett vom Kocher getrennt werden kann.

3. Weil er einer der wenigen derartigen Kocher ist, der mit einer sog. Gasstop-Funktion ausgestattet ist. Sollte also z.B. die Flamme ausgeblasen werden, schaltet ein Sensor schnell den Gasfluss ab. Die Gefahr eines weiteren, unbemerkten Gasaustritts und damit einer explosionsartigen Verpuffung ist somit gebannt.

Diese Funktion war es, die mich meinen Kocher auswählen ließ. Übrigens, nur mit diesem Sicherheitsfeature ist sein Betrieb – ausreichende Belüftung vorausgesetzt – in geschlossenen Räumen zulässig. Inzwischen gibt es solche Kocher auch von anderen Anbietern, z.B. den Brunner Devil SD oder den Brightspark JFA LTD. Bei denen heißt die Gasstop-Funktion dann statt „Stopgaz“ „Zündsicherung“ oder „Thermoelement“.

Zum Kochende stelle ich zunächst den Gasfluss mit dem Drehknopf auf „Null“. Dann trenne ich immer die Kartusche mit „Unlock“ vom Kocher.


Ich besitze auch Outdoor-Gaskocher, die einfach auf Schraubkartuschen geschraubt werden. Für den Mini-Camper kam deren Verwendung aber aus Sicherheitsgründen für mich nicht in Frage. Ohne zusätzliche Stabilisierungsvorrichtungen stehen sie recht unsicher einzig auf der Kartusche, die Auflage für die Töpfe ist relativ klein und sie besitzen nur ein Regulierventil für den Gasfluss.

Gaskartuschen. Die Teile sind hitzeempfindlich. Daher sollten Gaskartuschen nicht offen im Fahrzeug herum liegen und dabei vielleicht noch direkt der Sonneeinstrahlung ausgesetzt sein. Mehr als 50° C sollten sie nicht aushalten müssen.

Sicherheit umfasst aber auch die Ausfallsicherheit. Da habe ich bei meinem Campingaz keine grundsätzlichen Bedenken. Trotzdem führe ich aber bei längeren Touren sicherheitshalber noch einen kleinen Trangia und 1/2 Liter Spiritus als Backup mit. Man weiß ja schließlich nie!
Allerdings nicht mit dem aus Sicherheitsgründen etwas problematischen Original-Brenner, sondern mit einem selbstgebaute Carbonfilz-Brenner. Der hat fast genauso „Bumms“ wie das Original, kann aber nicht auslaufen, die Flamme ist besser sichtbar und notfalls pustet man ihn einfach aus.

Meine Kochplätze

Ich kann im, am und beim Fahrzeug kochen. Ich achte immer sorgfältig darauf, dass sich nichts Brennbares in der Nähe des Kochers befindet. Auch befindet sich immer auf Armeslänge erreichbar ein kleiner Schaumfeuerlöscher in der Nähe, der zumindest bei der Brandentstehung noch nützen kann.
Den Einsatz von Pulverlöschern sollte man sich gut überlegen. Im Fall des Falles kann ihr Einsatz dazu führen, dass man sich sein Fahrzeug neu ausbauen muss. Überhaupt dürfte das betroffene Fahrzeug anschließend nur schwer zu säubern sein, im Einzelfall bis hin zum Totalschaden.
Brennendes Fett dürfte würde ich zunächst versuchen zu ersticken. Z.B. mit meinem großen Kissen, das immer im Kasten herum liegt oder irgendeiner Decke oder dem Schlafsack. Ist immer noch billiger, als ein ausgebranntes Fahrzeug!
Edit 11.05.21: Manche Dinge können so einfach sein! Eine Leserin des Blogs berichtete mir, das sie beim Kochen im Fahrzeug immer ein Behältnis mit Wasser bereit stehen hat. Das mache ich künftig natürlich auch so. Gut gegen irgendwelche Kokeleien aber auf keinen Fall in siedendes Fett gießen!
Insgsamt gilt immer: Den Kocher nie unbeaufsichtigt lassen!

Im Fahrzeug

Dort habe ich die Aussparung für den Kocher in der Küchenplatte so großzügig gestaltet, dass heiße Luft ungehindert zirkulieren kann. Die Schnittkanten an der Platte sind zudem mit Aluprofilen gegen Hitze geschützt. Der Boden aus Pappelsperrholz unter dem Kocher wird durch einen hitzeresistenten Topfuntersetzer aus Silikon (Danke für den Tipp, Christiane) gegen Hitze und anbräunen von oben geschützt.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Gardinen. Diese habe ich aus schwer entflammbaren Stoff gefertigt und dank solider Befestigungen flattern sie nicht über den Kocher.
Wenn ich im Fahrzeug koche, muss immer für ausreichend Frischluftzufuhr gesorgt sein. Sonst könnte CO² zur Gefahr werden. Natürlich habe ich auch einen CO²-Warner an Bord.
Im Fahrzeug geht es beengt zu. Um nicht Gefahr zu laufen, mich versehentlich zu verbrühen, sitze ich beim Kochen nie vor dem Kocher sondern seitlich versetzt.

Am Fahrzeug

Wenn ich unter der Heckklappe koche, achte ich darauf, dass keine Gardinen über die Flamme geraten.

Beim Fahrzeug

Sofern ich unter dem Tarp koche, achte ich auf eine solide Abspannung. Nicht, dass mein Tarp plötzlich auf dem Kocher landet und in Flammen aufgeht.
Auch sollte der Kocher immer auf einem standfesten Tisch stehen.

Mein Küchengerät

Während der Fahrt liegt kein Küchengeräte und liegen auch keine Lebensmittel lose im Kasten herum! Töpfe und sonstiges Geschirr befinden sich im Schrank, Besteck und dergleichen in einer Schublade, der Kocher steht gesichert an seinem Platz. Lebensmittel sind in ihren diversen Fächern verstaut. Im Fall der Fälle fliegt also keine Wassermelone wie eine Kanonenkugel durch das Fahrzeug.
Einige empfehlen Magnethalter für Messer etc.. So etwas nutze ich nicht. Im Zweifel ist mir das zu unsicher.

Meine Kochutensilien

Ein besonderes Kapitel sind die vielen Kleinigkeiten, die beim Kochen schnell zur Hand sein sollen. Sie stets und ständig immer wieder verstauen oder heraus holen zu müssen würde mich einfach nerven. Damit sie aber trotzdem möglichst sicher untergebracht sind, habe ich passende Halterungen im Küchenblock integriert. Auch für Topflappen, Untersetzer und dergleichen. So ist alles griffbereit und trotzdem hinreichend gesichert untergebracht.
Noch nicht so ganz zufrieden bin ich mit den Glasbehältnissen meiner Gewürze. Hier bin ich noch auf der Suche nach besser geeigneten Behältern aus Kunststoff.

Etwas OT: Heizaufsatz für Gaskocher

Was jetzt kommt ist m.E. auf alle Fälle für die Sicherheit wichtig, hat aber nur dann etwas mit Kochen und Braten zu tun, wenn einem so ein glühendes Teil über die nackten Oberschenkel rollt.
Gemeint ist der berühmt/berüchtigte Heizaufsatz für Gaskkocher. Das ist ein durchlöcherter Metallzylinder, der einfach als Notheizung oder Heizung auf den brennenden Kocher gestellt und mehr oder weniger zum Glühen gebracht wird. Einfach mal in YT mit „Heizaufsatz für Gaskkocher“ suchen, anschauen und sich selbst ein Urteil bilden.
Ich halte die Nutzung dieser Teile, auf alle Fälle im Mini-Camper, für im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Diese Dinger sind, trotz aller Jubelberichte bei YT, m.E. ausgemachter Mist. Sowas kommt zumindest bei mir garantiert nicht ins Auto!

Sonstige Sicherheitsmaßnahmen

Beim Kochen kann immer mal was passieren. Es macht absolut Sinn, wenn man in einem solchen Fall nicht erst lange nach der Hausapotheke oder dem 1. Hilfe Package des Fahrzeugs suchen muss.

Noch etwas vermutlich Wichtiges fiel ein, als bereits die Diskussion über diesen Post bei hochdachkombi.de lief.
Ich hatte bezüglich Sicherheit beim Kochen in Gedanken verschiedenste „Was-wäre-wenn-Szenarios“ durchgespielt. Immer der einfachen Frage folgend: „Was mache ich eigentlich, wenn dieses oder jenes passiert?“ Ich denke, so etwas hilft, im Fall der Fälle schneller etwas Effektives zu unternehmen. Weil man einfach mögliche Handlungsansätze abrufen kann.

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