Mein „Camping-Setup“

Zum Outdoorleben gehört für mich neben Touren mit dem Rad, dem Boot oder zu Fuß auch mal ganz normales Camping im Zelt dazu. Ich liebe dieses recht einfache Leben und der Genuss ist vollkommen, wenn das Camp so eingerichtet ist, dass es meinen Bedürfnissen entspricht. Welche das so genau sind, hat sich im Laufe vieler Jahre peu à peu herausgestellt –  entwickelt sich aber immer noch. Auf jeden Fall soll es nicht so karg wie auf dem Intro-Bild sein.
Camping mit dem Zelt hat seine eigenen Erfordernisse. Im Camper oder Wohnwagen hat man bei allem, was man tut, ein Dach über dem Kopf. Stauraum gibt es auch gut, also kommt es nicht so darauf an, was und wieviel man einpackt.
Beim Zelten ist das anders. Vieles muss außerhalb des Zeltes erledigt werden und je nach Größe des Zeltes kann man auch nicht allzu viel Equipment darin unterbringen. Die Situation des Zeltcampers unterscheidet sich also deutlich von der von Campern mit festen Behausungen.

Das A & O – der Platz für’s Zelt

Dieser Platz sollte auch für mein Zelt geeignet sein, denn Plätze für Camper oder Wohnwagen folgen z.T. ganz anderen Anforderungen.

Mein idealer Zeltplatz sollte …

  • in der Fläche waagerecht und plan sein. Im Schlaf langsam immer wieder zur Seite rutschen oder mit Kopf tiefer als die Füße liegen ist anstrengend. Große Beulen oder Löcher im Boden können den Schlaf rauben.
  • eine brauchbare Oberfläche haben. Meint,  kurzer Rasen, Sand oder kleineSteine sind ok. – große Unebenheiten, langes Gras, große Steine und Baumwurzeln und Matsch sind es nicht. Und die Häringe sollte ich auch ohne Ramme in den Boden bekommen. Auf keinen Fall sollte der Platz in einer auch noch so kleinen Senke liegen. Bei starkem Regen habe ich da schon regelrechte Katastrophen gesehen.
    2007 an der Donau in Serbien. Mein Zelt war das linke, im rechten stand 15 cm Wasser und das Boot daneben schwamm

    ˜2017 Amrum. Ein Sandplatz in den Dünen. Obwohl in einer Senke liegend blieb noch nicht einmal nach Starkregen Wasser stehen. Der Sand war wie ein Schwamm – die Ausnahme von der Regel!
  • bei zu erwartender Hitze Schatten bieten. Doch Vorsicht, fallendes Obst macht Flecke und fallende dicke Äste im Gewitter machen Beulen und ggf. viel mehr. Wenn kein Schatten zu erwarten ist, sollte man über ein Tarp nachdenken. Das schützt gegen Sonne und Regen und macht manchmal das Zelten an einem bestimmten Platz erst möglich.
  • wenn überhaupt, nicht zu eng von Zelten oder anderen Behausungen umgeben sein, nicht an irgendwelchen Hauptverkehrslinien des Platzes liegen und nicht in der Nähe potentieller Lärmspots wie Küchen, Waschhäuser, Spielplätzen usw. liegen.

Leider werden nach meiner Beobachtung auf vielen Campingplätzen Zelter zunehmend stiefmütterlich behandelt. Für sie gibt es u.a. schlecht geeignete oder unattraktive „Zeltwiesen“. Plätze, wie dieser auf Amrum, sind meine Favoriten, doch leider fast einmalig.
Ich informiere mich also möglichst vorher im Internet und/oder zumindest vor dem Einchecken auf dem Platz.

Beim Camping meine Wohnung – mein Zelt

Mein größtes Zelt ist ein Exped Orion Extreme der ersten Baureihe. Es bietet mir für Camping gut Raum zum Schlafen, Gepäck/Ausrüstung drin haben, gelegentlichem Abwettern und sogar Kochen in einer der beiden großen Apsiden. Bei gutem Wetter kann ich es luftig bewohnen, bei schlechtem Wetter ist es bei Bedarf dicht wie eine Auster. Ich fühle mich wohl darin.

Bei gutem Wetter reicht das Orion allein eigentlich vollkommen. Ich möchte mich jedoch bei bei längeren Aufenthalten bei jedem Wetter geschützt draußen aufhalten können, Wirtschaften und Kochen. Deshalb baue ich ein Tarp auf. Es schützt mich vor Regen, Sonnenschein, Wind und manchmal auch vor neugierigen Blicken. Kochen unter dem Tarp ist erheblich angenehmer als in der Apsis.

Ohne Tarp wäre hier längeres Campen nur schwer möglich gewesen
Nach dem Sturm. Das Tarp war heil aber zwei unsauber eingeschlagene Häringe (Holz, 32 cm) hatten sich gelöst. Die Lebensmittel standen zum Glück in der Apsis

Wie es aufgebaut ist hängt von den Umständen ab. Es sollte aber immer sorgfältig geschehen und insbesondere gut abgespannt sein – sonst ärgere ich mich nur. Vorherrschende Windrichtung und Sonneneinstrahlung unbedingt beachten.
Unter dem Tarp spanne ich meist noch eine Leine  zur Stabilisierung der Stofffläche. Sie hat einen Zeltspanner und läßt sich so exakt einstellen. Der doppelte Nutzen liegt im zusätzlichen Einsatz als Wäscheleine. Da trocknet die Wäsche geschützt und luftig über Nacht.

Ziemlich nützlich, die Leine unter dem Tarp

Einrichtungsfragen

Im Zelt besteht meine Einrichtung aus einer bequemen Liegematte (ThermaRest All Seasons oder Exped Synmat 7) mit Bezug (das ist angenehmer auf der Haut), 1 – 2 richtige Kissen und einem Schlafsack  oder ein Quilt.
Dazu kommen noch eine LED-Zeltlampe, meine Pezl-Stirnlampe liegt am Kopfende bereit und in der Apsis meine Pullerpulle, denn ich hasse es, deswegen nachts bei jedem Wetter über Zeltplätze zu pilgern. In diesem Zusammenhang hat Claudia für die Mädels auch mal was geschrieben. Das ist alles, mehr brauche ich nicht.

Die LED-Zeltlampe ist aufblasbar …
… und gibt richtig gut Licht, das auch zum Lesen reicht. Sie wird mit Sonnenlicht geladen und eine Ladung reicht für etliche Stunden

In der Apsis liegt für alle Fälle zudem immer mein Regenschirm griffbereit – man weiß ja nie …

Unter dem Tarp steht mein Rolltisch mit 1 – 2 bequemen Klappstühlen und 1 – 2 Dreibeinhockern. Ich liebe spontane Klönschnacks unter dem Tarp!
Hier befindet sich auch meine „Küche“. Der Kocher steht zur leichteren Nutzung auf einer umgedrehten Klappkiste, in einer zweiten Klappkiste befindet sich das Küchenequipment und in einer dritten sind Lebensmittel. So ist alles griffbereit und geordnet.

Alles, was ich so brauche in Griffweite: Rechts neben dem Stuhl die Lebensmittel, links die Küche und Camputensilien. Nicht optimal waren wegen des Sandes die Klappkisten. Da kommen nächstes Mal vollkommen sanddichte Teile mit

Dazu kommen noch ein 5 Liter Faltkanister für Wasser, meine Ortlieb-Faltschüssel für schmutziges Geschirr und eine Tüte für Müll.
Abends wird das ganze mit einer robusten Petroleumlampe von Feuerhand heimelig beleuchtet.
Und als ultimativen Luxus lagere ich klein zusammengeklappt noch eine Dreibeinliege unter dem Tarp. Entspannt Lesen, faul in der Sonne liegen oder einfach ein Schläfchen zwischendurch gehören für mich zum Camping einfach dazu.

Diese Einrichtung hat sich für mich als vollkommen ausreichend und zweckmäßig erwiesen.

Um eine gut funktionierende Küche dreht sich alles

Auf Tour komme ich mit wenig aus, im Camp hab ich’s allerdings gern etwas kommod.
Ich nutze dann meinen Benzinkocher. Der ist mittels eines Adapters in einen Trangia einbaut. Falls ich den Benzinbrenner ohne Trangia nutzen möchte ist noch ein Windschutz dabei.
Zunehmend koche ich jedoch allein mit dem Trangia, denn es ist so herrlich unkompliziert. Sofern man größere Kochvorhaben plant ist die Mitnahme eines zweiten Brenners für den Kocher sinnvoll. Man spart die Abkühlzeiten bei leer gebranntem Brenner.
Ausreichend Brennstoffe sollten natürlich auch vorhanden sein. Zum Anzünden nutze ich zur Schonung der Handbehaarung lange Gasfeuerzeuge und als Backup ist ein Zündstahl dabei.

Beim Trangia sind bereits zwei 1 Liter Töpfe dabei, ebenfalls eine Pfanne, die zum Braten vollkommen reicht. Zum richtigen Kochen gibt es zusätzlich einen 2L-Edelstahltopf von MSR.

Von der Kartoffelsuppe im MSR-Topf habe ich zwei Tage gegessen – lecker! Der Topf passt zwar nicht genau aber mit zwei untergelegten Häringen ist das kein Problem

Ein kleiner Pfannenwender aus Holz, ein kleiner Schneebesen und eine kleine Schöpfkelle.

Wenn auf dem Platz Grillen am Zelt erlaubt ist, darf ein kleiner Rundgrill plus Kohle und Anzünder nicht fehlen. Der Grill ist immer ein billiges Modell, dass ich nach dem Platzaufenthalt entsorge.

Als Besteck nutze ich normale Messer, Löffel und Teelöffel nach Bedarf. Für Küchenarbeiten kommen noch ein Schälmesser und ein größeres Messer hinzu und für alles andere mein Schweizer Messer mit Dosenöffner.

Als Geschirr nutze ich nach Bedarf Kunststoffteller, Kunststoffbecher, eine Thermo-Mug mit Deckel und dünne HDPE-Brettchen für alle Zwecke. In der Faltschüssel liegen immer eine Spülbüste ohne Griff, ein Spülllappen und ein Fläschchen Spülmittel. Sie steht immer in der Nähe des Tisches. Dreckiges Geschirr für den Abwasch landet gleich darin.

¨Meine Thermo-Mug mit Zölzer Kaffeefilter aus Planenstoff – für mich ein Muss!

Da ich lieber Filterkaffee als Instant trinke ist auch noch ein Klappfilter aus Planenstoff von Zölzer nebst Tüten dabei.

Ein bis zwei Rollen Küche-Krepp haben sich von Nase Putzen bis Aufwischen als hilfreich erwiesen.

Dütt & Datt

Für die Reinigung des Zeltes nutze ich Handfeger und Schaufel im Miniformat aus der Kinderspielwarenabteilung. Klappt bestens!

Auf sandigen Plätzen kann ich mit meiner kleine Schaufel von Fiskars z.B. Häringe einbuddeln oder Lebensmittel in einem Packsack zum kühl halten vergraben. Im Sand sind auch extra lange Häringe ein wahrer Segen.

Für den Zeltaufbau ist ein solider Zelthammer dabei und ein paar zusätzliche Zeltleinen plus Spanner und Häringe sind meist nützlich.

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