#2 Caddy III Ausbau – Was will ich, was brauch ich?

Dieser Post hat zwangsläufig keine Fotos, denn ich schreibe, worüber ich gerade so nachdenke und sinne.
Bis jetzt ist ja eigentlich nur geklärt, dass ich meinen kurzen Caddy zum Minicamper ausbauen werde. Somit besteht bereits zumindest schon einmal über die Größe meiner künftigen Höhle Klarheit. Allerdings scheint zunehmend von Bedeutung, mir vor Beginn irgendwelcher Aktivitäten zunächst gründlich Gedanken darüber zu machen, wofür und wie ich denn meinen künfigen Minicamper denn nutzen möchte und auch, wie ich das erreichen kann.

Wie will ich meinen Caddy nutzen?

Der Camper soll für längere Touren über Wochen, vielleicht Monate geeignet sein. Ich werde allein in ihm unterwegs sein. Nur im Notfall sollte er auch zwei Personen kurzzeitig beherbergen können.
Mehrtägige Übernachtungen auf C-Plätzen, aber auch autark, irgendwo im nirgendwo, müssen problemlos möglich sein. Das bedeutet vor allem, dass die Energie- und Wasserversorgung entsprechend eingerichtet wird. Energie soll über Landstrom oder Solar getankt werden. Trinkwasser wird in genügend großen Behältern mitgeführt werden.
Allerdings kommt es mir nicht auf extreme Autarkie an. Aber zwei bis drei Tage irgendwo stehen sollte aber schon möglich sein. Camping- oder WoMo-Stellplätze werden immer wieder zur Nutzung ihrer Infrastruktur angefahren.
Die Sache mit der Autarkie hatte ich aber schon beim Kauf des Caddy im Hinterkopf, denn ich wollte ein Fahrzeug, dass nicht schon auf den ersten Blick als Wohnmobil verortbar ist. Auch ein nicht unwesentlicher Aspekt.

Bei längeren Standzeiten darf der Komfort nicht zu kurz kommen. Campingstühle und Tisch müssen dabei sein und egal ob Sonnenhitze, Regen oder Wind, ich möchte einigermaßen wettergeschützt draußen sitzen können, wenn ich will. Dazu gehört auch, dass sowohl im Camper aber auch draußen (unter der Heckklappe) gekocht werden kann. Ein Reisemobil halt.

Und wenn irgend möglich, möchte ich für mehr Beweglichkeit vor Ort optional ein Falt-Pedelec mitnehmen können, und zwar im Camper! Der Ausbau muss also entsprechend gestaltet werden. Schaun mer mal …

Vielleicht noch ein Wort zur Größe des Campers. Ich weiß, mit welchen Verhältnissen ich in dem Fahrzeug klar kommen muss. Längere Zeit auf kleinem Raum zu wohnen, möglichst zweckmäßig ausgestattet, ohne viel, eigentlich überflüssigem Zeugs, das bin ich gewohnt und ist von mir erprobt. Damit komme ich gut klar. Ich wäre vermutlich der typische und glückliche Nutzer eines Tiny-House.

Das Ausbaukonzept

Nachdem ich mir klar darüber geworden bin, was ich eigentlich will, ist es hilfreich, dass ich noch Zeit bis zum Baubeginn habe. So kann ich alles so gut wie möglich immer und immer wieder durchdenken. Wie schon im ersten Bericht erwähnt, halte ich für meine Bedürfnisse das Ausbaukonzept von Rene Kreher am geeignetsten. Und das ist es auch nach wie vor – jedenfalls grundsätzlich, denn ich muss es vor allem den Verhältnissen meines Caddys anpassen.

Hier die Vorstellung von Rene’s Ursprungsmodell …
… und hier die perfektionierte, letzte Version. Schaut euch unbedingt auch seine anderen Videos an!

Denn mir ist inzwischen immer deutlicher geworden, dass ich seine Ideen für den Dokker nicht einfach 1 : 1 übertragen kann. Mein Caddy bietet einige andere Voraussetzungen als sein Dokker und in Details sind meine Bedürfnisse auch andere. So sind mir inzwischen einige kleiner Dinge eingefallen, die ich verändern werde, ja sogar muss.
So hat mein Caddy z.B keine zweite Schiebetür. Ich habe einige Zeit gegrübelt, wie ich denn mit dieser dadurch etwas unzugänglichen Ecke und dem Handling meiner Kühlbox am besten klar kommen könnte. Dabei lag die Lösung auf der Hand und war recht simpel: Der Küchenblock wird durchgehend an der linken Seite eingebaut. Allerdings werde ich sie für ein besseres Handling zweiteilen. Von der Heckklappe Block II erst Spüle, dann Kocher und davor Blick I Kühlbox und Notrad.
Das Fehlen der zweiten Schiebetür bedeutet vor allem, dass die Spüle einen anderen Platz erhalten muss. Das Wassermanagement wäre mir sonst viel zu mühsam. Außerdem fände ich keinen anderen geeigneten Platz für das Notrad. Und darauf will ich keinesfalls verzichten. Insofern ist das Fehlen der zweiten Schiebetür sogar vorteilhaft.
Im großen und Ganzen werde ich mich jedoch an Rene’s Konzept der Raumaufteilung und insbesondere der Bereitstellung der Schlaffläche halten.

Ursprünglich wollte ich ja keine Standheizung einbauen, kam dann aufgrund diverser Berichte über Raumfeuchtigkeit und Kondens gerade in Frühjahr und Herbst zu dem Schluss, das so ein Teil vielleicht doch keine so schlechte Idee ist. Und ein warme Hütte an kalten Tagen ist ja schließlich auch nicht das Schlechteste.
Und wenn ich schon mal dabei bin, ist es vielleicht eine gut Idee, dann auch gleich eine Außensteckdose einbauen zu lassen. Diese beiden Einbauten würde ich in einer Fachwerkstatt durchführen lassen.

Ablaufplan

Mit der Entscheidung für eine Standheizung wurde mir sehr deutlich, dass ich mir Gedanken über eine logische und sinnvolle Abfolge der Arbeiten machen sollte.

So werde ich mich z.B. vor Beginn der Einbauarbeiten in meiner Fachwerkstatt erkundigen, wie der Einbau der Standheizung am besten möglich ist. Unterflur wäre mir am liebsten. Als Platz kommt dafür eigentlich nur der Bereich des Reserverads infrage.

Ich werde mir also einen Ablaufplan erstellen. Das habe ich auch bei anderen Projekten so gemacht und bin gut damit gefahren. Dabei plane ich immer vom Groben zum Feineren. Ich habe festgestellt, dass ich so einen Plan dann automatisch immer wieder überprüfe, ggf. ergänze oder korrigiere. Das hilft mir, viele, zuweilen auch einfach nur blöde Fehler zu vermeiden.
Dieser Plan ist nicht nur für die Einbauten an sich hilfreich, sondern z.B. auch, wann ich sinnvoller Weise die benötigten Dinge beschaffe. Bei Bau des Küchenblocks ist es z.B. hilfreich, wenn ich zumindest Spüle, Wasserkanister und Kocher zur Hand habe, damit hinterher auch wirklich alles passt.
Meine Form des Ablaufplans besteht darin, dass ich die geplanten Berichte über ein Projekt schon in WordPress in zeitlicher Reihenfolge festlege, vorformuliere und dabei versuche, jeweils alle Tätigkeiten in eine logische Reihenfolge zu bringen. Zunächst sind es nur einzelne Notizen zum jeweiligen Thema, dann verdichten sich die Dinge immer weiter, da mir immer mehr Details einfallen und zum Schluss, kurz bevor die Umsetzung beginnt, formuliere ich alles aus. Nach der Umsetzung wird alles noch einmal überprüft und ggf. korrigiert. Das hilft mir zum Einen sehr beim Sammeln und ordnen von Gedanken und Ideen und bereitet andererseits die Berichte hier schon vor. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Daraus entwickeln sich zunehmend mein Ablaufplan und zum Schluss meine Berichte im Blog

Vorstellungen für außerhalb des Wohnraums

Dach

Mein Caddy hatte keine Dachreling. Das ist kein Problem, denn er ist werksseitig für die einfache Montage einer solchen vorbereitet. Die erfolgte als erstes. Zusammen mit Dachträgern war sie schon bestellt. Darauf kam dann gleich und dauerhaft meine Thule Dachbox und später soll ein Solarpanel folgen. Die Dachbox ist hauptsächlich für Campingsachen gedacht.

Außenbereich

Bei längeren Standzeiten hab ich gern einen gegen Regen, Sonne und Wind geschützten Außenbereich. Dafür werde ich ein Tarp aus Baumwollzeltstoff nähen, das ich am Fahrzeug einfach und schnell mittels der Dachreling anbringen kann. Das Baumwollmischgewebe ist wasserdicht und gegen Sonne m.E. die beste Wahl. Ein an beide Seiten anzippbares Seitenteil gibt auf der Windseite zusätzlichen Schutz.
Unter der Heckklappe will ich zudem Kochen können. Wind und Regen wären dann natürlich nicht so toll. Deshalb nähe ich dafür einen leichten Seitenschutz aus leichtem Synthetik-Zeltstoff, der bei Bedarf schnell montiert/demontiert werden kann.

Vorstellungen für den Wohnraum

Küchenblock

Die von Rene vorgestellte Grundstruktur und Funktionalität aus Sitzkiste, Küchenblock und Frontkiste werde ich mit einer Ausnahme beibehalten: Der Küchenblock wird, wie bereits angsprochen, auf der kompletten linken Seite durchgezogen!
Dies macht allerdings erforderlich, die Einteilung des Küchenblocks zu verändern. Die Spüle wird an das hintere Ende verlegt. So kann ich die darunter liegenden Wasserbehälter gut erreichen. Rene lässt biologisch unbedenkliches Grauwasser an geeigneten Orten direkt unter das Fahrzeug ablaufen. Nach längerem Überlegen werde ich das nicht so machen.
Die Kanister für Trink- und Grauwasser kann ich durch die die Endseite des Küchenblocks bei Bedarf leicht entnehmen. Wenn ich draußen kochen möchte, kann ich diese Platte entsprechend montiert zum Abstellen des Kochers nutzen.
Die zweite wesentliche Veränderung findet sich am anderen Ende des Küchenblocks. Hier haben nun, von oben ebenfalls gut zugänglich, Kühlbox und Notrad ihren Platz.

Frontkiste

An der Nutzung der Frontkiste ändert sich nichts. Hier wird vor allem fast die komplette Bordelektrik und -elektronik untergebracht.

Sitzkiste

In die Sitzkiste kommen ein Warmluftschalldämpfer und die Verteilung der Warmluft. Ansonsten dient sie im Wesentlichen der Aufbewahrung des Bettzeugs.
Auch hier werde ich am hinteren Ende eine Abstellmöglichkeit für die Außenküche schaffen.

Schlaffläche

Hier kommt das Konzept von Rene zum Tragen. Eine bessere Lösung sehe ich bisher nicht.

Boden

Trotz bereits vorhandener Bodenplatte werde ich den Boden komplett mit PVC auslegen. So wird es am leichtesten sein, die Höhle sauber zu halten.
Die Einbauten werden mittels der vorhanden Montageschienen befestigt.

Isolierung

Von besonder Isolationsmaßnahmen werde ich absehen.

Stromversorgung

Die wird stufenweise eingebaut:
1. Normaler 230 V Anschluss über Außensteckdose
2. Bordbatterie mit Ladegerät
3. Primäres Laden über Solaranlage (jetzt hier auch Anschluss Standheizung!)
4. ggf. 230 V über Wechselrichter
5. ggf. Laden über Lichtmaschine mit Ladebooster

Standheizung

Wie schon angesprochen, wird es vermutlich auf den Unterflureinbau am Platz des Reserverads hinaus laufen. Mit einem kleineren Notrad kann ich gut leben!
Das Warmluftrohr dürfte über dem Endrohr des Auspuffs verlegt ins Wageninnere ins Innere der Sitzkiste geführt werden können.
Da ich das Teil möglichst leise haben möchte, werde ich einen Schalldämpfer für die Warmluft einbauen. Für das Abgas ist bei der ins Auge gefassten Autoterm Air 2D bereits ein Schalldämpfer dabei. Selbst die Kraftstoffpumpe werde ich extra schallisolieren lassen.

Damit ist zunächst einmal grob beschrieben, welche Gedanken ich mir zu dem ganzen Projekt so mache, wie ich vorgehen und was ich umsetzen will. Natürlich gibt es inzwischen schon mehr Details zu vielen Dingen. Die würden hier aber den Rahmen sprengen. Mir ging es vor allem darum, diese Dinge möglichst überschaubar und grundsätzlich darzustellen.
… und in den nächsten Berichten gibt’s dann auch wieder was zum Anschauen – Versprochen!
Allerdings wird das jetzt erst einmal eine Weile dauern…

… denn es sind erst noch eine Reihe Vorarbeiten zu leisten, bevor es richtig losgehen kann >>>

Haftungsausschluss

Und auch noch ein Wort zu einem anderen Thema. Ich berichte hier über den Ausbau meines Caddys zum Mini-Camper. Die Berichte wurden mit großer Sorgfalt abgefasst. Trotzdem sind Fehler nicht vermeidbar.
Wer also meine Berichte dazu nutzen will, selbst so ein Projekt durchzuführen, tut dies vollkommen auf eigene Gefahr und in dem Wissen, das sie Fehler enthalten können.
Ich hafte für keinerlei Schäden, die daraus entstehen könnten. Weder für Personen, Sach- oder Vermögensschäden beim Nutzer meiner Berichte oder bei Dritten.
Dies gilt auch für Verlinkungen zu fremden Inhalten.

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