Schlossknacker für Fahrradketten

Für die Ketten meiner Fahrräder nutze ich gerne Kettenschlösser. So bleibt mir bei bestimmten Reparaturen der Griff zum Nietendrücker erspart. Zuhause klappt das Öffnen so eines Schlosses mit einer entsprechenden Zange problemlos – aber unterwegs? Die Zange ist mir für die Mobilwerkstatt zu sperrig und ohne klappt es nur schwerlich oder gar nicht. Deshalb habe ich mir einen Mini-Schlossöffner, den „Schlossknacker“,  gebastelt.

Klein sollte er sein, möglichst leicht und trotzdem Kettenschlösser schnell und sicher öffnen. Nach einiger Überlegung stand das Design fest: Ein Kettenschloss mit zwei Hebeln, mit denen ein Kettenschloss zusammengedrückt und so geöffnet werden kann.

Hier die Materialien: Ein Kettenschloss, die Flanken eines Innengliedes und zwei Bänder aus Edelstahl vom Baumarkt.

Die Materialien (ohne Kettenschloss, die Außenschlossteile werden nicht benötigt). Auf den Bändern sind bereits die Hebel angezeichnet

Anfertigung der Teile des Schlossknackers:
Zunächst stand der Entwurf der Hebel an. Sie mussten lang genug für genügend Hebelkraft sein, nur so breit, dass sie durch die Kette passten und genau so stark wie ein Kettenröllchen, damit das Kettenschloss später passgenau zusammengebaut werden konnte. Außerdem brauchten sie eine kleine Aussparung, damit zu öffnende Schlösser nicht wegrutschen.

Nach ein paar Skizzen auf Papier übertrug ich die Form auf die Bänder. Deren Stahl versprach genügend Festigkeit für die relativ zierlichen Hebel und die Stärke entsprach genau der Breite der Kettenröllchen.

Eines der bereits vorhandenen Löcher jedes Bandes sollte für das Hebelgelenk genutzt werden, musste allerdings noch minimal aufgebohrt werden. Die Löcher mussten genau so groß sein, wie die in den Kettenröllchen.
Erst dann wurden die Hebel ausgeschnitten und endbearbeitet. Die Anfertigung der Hebel erfolgt mit einer normalen Metallsäge, Flach- und Rundfeile, einem Akkuschrauber o.ä. mit HSS-Bohrer und Schleifpapier zum Entgraten.

Die fertigen Hebel. Die Bohrungen passen nach dem Aufbohren genau auf die Führungen für die Kettenröllchen auf dem Innenglied. Ebenfalls erkennbar die Aussparungen für das Kettenschloss
Alle Teile des Schlossknackers. Damit das Schloss zusammen gesetzt werden kann, musste von zwei Seitenteilen eines Innengliedes jeweils das Mittelteil heraus gesägt werden. Die verbleibenden Teile dienen dann als „Spacer“ und ersetzen zusammen mit den Hebeln das Innenglied einer normalen Kette

Montage des Schlossknackers:
Nun wurden die Teile des Schlossknackers zusammen gesetzt. Wichtig ist, dass die Spacer richtig auf die Bolzen des Schlosses gesetzt werden. Die Seite mit den Führungen für die Hebel (früher Röllchen) zeigt nach innen.

Schritt 1: Auf die Bolzen der Schlossglieder werden zunächst die aus den Seitenteilen eines Innengliedes gefertigten Spacer gesetzt, dann …
Schritt 2: … die Hebel, schließlich …
Schritt 3: … wieder Spacer und …
Schritt 4: … dann wird das Schloss wie gewohnt zusammen gesetzt, kräftig an den Hebeln gezogen, damit es sich schließt (hier noch nicht geschehen) und fertig!

Anwendung des Schlossknackers:

Schlossknacker links und rechts des Schlosses durch die Kette stecken, Schloss in die Aussparungen legen …
… Hebel kräftig zusammen drücken, offen!

Der Schlossknacker wiegt genau 12 g. Die Hebel sollten mindestens 5,5 cm lang sein, damit zum Öffnen nicht zuviel Kraft aufgewendet werden muss.

Ob man den Aufwand für den Zweck treiben will, ist eine persönliche Entscheidung. Für mich war es eine interessante und zugleich nützliche, einstündige Bastelei. Etwas auszutüfteln, was es m.W. so noch nicht gibt, hat schon seinen Reiz. Wichtig war mir dabei der Grundsatz: Bei voller Funktion so einfach wie möglich!

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