Locus Map Pro – Karten, GPX und POI importieren

Locus Map Pro ist ein richtig gutes GPS-Programm für die Orientierung unterwegs. Ich nutze es seit Jahren und habe kaum noch Karten aus Papier dabei. Der besondere Nutzen des Programms liegt darin, dass man sowohl online als auch offline navigieren und dabei Karten aus unterschiedlichsten Quellen im Pixel- oder Vectorformat nutzen kann. Darüber hinaus ist es auch kein Problem, GPX-Dateien für Tracks oder POI (Points of Interest) zu importieren. Wie ich dies alles mache, möchte ich in diesem Artikel kurz erläutern.

Allgemeine Konfiguration von Locus Map Pro

Ich habe Locus installiert und so eingerichtet, dass es die externe Speicherkarte nutzt. Ich lege also auch händisch alle Arbeitsdateien wie Karten oder GPX also dort ab.
Wer keine externe Speicherkarte in seinem Phone hat, kann die beschriebenen Operationen natürlich auch im Gerätespeicher durchführen.

Karten aus externen Quellen einbinden

Ich nutze ausschließlich Vector-Karten auf Open Street Map-Basis (OSM) von Open Andromaps. Sie kosten nichts, sind von erstaunlich guter Qualität und werden in kurzen Abständen auf neuestem Stand gehalten. Im Prinzip sind nur zwei Dinge zu tun: Ein sogenanntes Theme installieren und die gewünschte(n) Karte(n). Das Theme ist für eine exzellente Kartendarstellung erforderlich, prägt also wesentlich das Erscheinungsbild der Karte. Außerdem kann man unter Locus in den Theme-Einstellungen interessante Dinge wie Wanderwege oder Radwanderwege als Overlays ein- und ausblenden.

Zur Installation der Karte beende ich zunächst einmal Locus, falls es noch läuft. Dann gehe ich über den Browser auf Open Andromaps ins Untermenu „Karten Downloads > Länder und Regionen“ hinein. Dort suche ich als Beispiel „Europa > Spain“.
Hier habe ich jetzt zwei Möglichkeiten: Einen normalen Download starten und die Datei landet im Downloadordner. Oder ich tippe links auf das +-Zeichen und wähle dort „Android Install on: LOCUS – V3 Map“. Dann installiert OpenAndromaps auch die Karte direkt in die App. Sehr komfortabel und auf dem Smartphone der schnellste und einfachste Weg.
Trotzdem möchte ich auch die erste Option beschreiben, da ich sie bisher erfolgreich praktiziert habe. Mit einem Dateimanager (ich nutze den „Dateimanager +„) gehe ich nach dem Download in den Download-Ordner und finde dort die Datei „Spain_Portugal.zip“. Diese kopiere ich auf die externe SD-Karte unter „Locus > mapsVector“ und entpacke sie dort. Ich benötige nur die .map-Datei. Sollte es noch weitere Dateien geben, kann ich diese und die .zip-Datei löschen. Wenn ich will, kann ich dort auch noch Unterordner anlegen.
Der Download der Karte kann je nach Größe der jeweiligen Datei mehrere Minuten dauern. Wenn ich anschließend Locus starte und ins Kartenmenu gehe finde ich unter „OFFLINE“ die Karte „Spain Portugal“.

Bei der Erstinstallation einer Open Andromaps Karte wird das zugehörige Render-Theme installiert. Auf Open Andromaps gehe ich ins Untermenu „Kartenstile“ und wähle dort das entsprechende Theme. Ich nehme immer „Elevate“ und hier möglichst „Elevate 4“. Wenn Locus oder eins der dort benannten Programme installiert sind, wird eine „Schnellinstallation unter Android“ angeboten. Diese wähle ich und Open Andromaps installiert das Theme direkt in die App hinein. Hat bei mir bisher bestens geklappt. Das Ganze kann man auch diesem Video schön nachvollziehen.

Theme und Karte sind jetzt installiert. In Locus kann ich alles überprüfen.

GPX-Tracks nach Locus importieren

Auch wenn der Import von Tracks relativ einfach ist, beschreibe ich hier für Einsteiger das Procedere noch einmal Schritt für Schritt. Auch hier gilt es zunächst einmal, einen GPX-Track aus irgend einer Quelle (z.B. GPSies oder Waymarked Trails) herunter zu laden.
Dann in Locus links oben ins Auswahlmenu (drei waagerechte Striche) gehen und „Tracks“ wählen. Dort unter „Daten“ mit „+“ einen Ordner anlegen und auf die drei Punkte rechts des Ordners tippen. Im aufpoppenden Menu nun „Importieren“ wählen und im dann erscheinenden Dateimanager ganz links unter „Lokal“ (ggf. wischen) zum Ordner „Download“ navigieren. Dort die gewünschte GPX-Datei (ich nehme als Beispiel mal die vom Ostseeküsten-Radweg) antippen und im folgenden Dialog einfach „Importieren“ wählen. Und schon wird der Track von Flensburg nach Kiel in Locus angezeigt. Um die Übersicht zu behalten empfiehlt es sich, z.B. thematische oder geografische Unterordner anzulegen.

POI in Locus installieren

POI (Points of Interest) sind eine tolle Sache, da sie für bestimmte geografische Orte auf der Karte Informationen verschiedenster Art bereit stellen. Ich nutze sie z.B. dafür, mir auf meinen Karten Campingplätze anzeigen zu lassen. Ein Anbieter, der derartige Infos zur Verfügung stellt ist „Archies Campings„.
Diese POI sind ganz normale GPX-Dateien. Sie stellen allerdings keine Strecken dar, sonder eben Punkte und bieten zu diesen Punkten Informationen

Zunächst einmal lade ich die benötigten Daten bei Archies herunter. Ich empfehle „Europe by Countries“ da man meist nur einzelne Länder braucht und der Import von ganz Europa das System deutlich verlangsamen kann. In Download-Ordner erscheint nun „archies_europe_by_countries.zip“. Diese Datei verschiebe ich in einen neu angelegten Ordner „Archies“ um sie dort entpacken. Bis auf den Ordner „POI“ lösche ich alles und öffne diesen Ordner. Hier wiederum lösche ich alles bis auf den Ordner „GPX-eXchange …“. Dort kann ich mir später das Land/die Länder, das/die ich nutzen möchte, aussuchen.
Jetzt gehe ich in Locus wieder in „Tracks“, wähle jetzt jedoch den Reiter „Punkte“ und nicht Tracks. Dort lege ich als Beispiel den Ordner „Archies D“ für deutsche Campingplätze an. Bei Bedarf sollte für jedes Land ein Unterordner angelegt werden. Will man später die POI eines Landes löschen – es können hunderte sein – artet dies u.U in richtig Arbeit aus, wenn man alles in einen Ordner importiert hat.

Bei der Anlage eines Ordners ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Die Campingplätze sollen später in der Karte gut sichtbar sein. Daher muss ich folgendes zu tun: Im „Ordner anlegen“-Dialog gebe ich zunächst den Namen „Archies D“ ein und tippe dann das blaue „I“ bei „Symbol&Titel“ an. Ich tippe auf „Wähle ein Symbol“ und im nächsten Bildschirm auf „Locus (Punkte)“ um dann „Garmin“ zu wählen. Aus den nun erscheinenden Bildchen wähle ich das kleine grüne Zelt durch Antippen aus und im nun wieder erscheinenden Ordner-Dialog erscheint jetzt statt des default POI-Symbols das kleine Zelt. OK.
Als nächstes tippe ich beim nun eingerichteten Ordner „Archies D“rechts auf die Punkte, dann auf „Importieren“ und wähle im Dateimanager die zu Anfang bereits entpackte Datei „archies_de.gpx“ aus.
Wenn ich jetzt den Ordner „Archies D“ öffne erscheinen jede Menge deutscher Campingplätze als POI. Wenn ich dann wieder in die Kartenansicht wechsle erscheinen diese Campingplätze wie von Zauberhand auf der Karte. Und nicht nur das, tippe ich auf eines dieser Symbole erhalte ich auch diverse Infos zum Platz, wie z.B. Koordinaten mit Kartenausschnitt, Telefonnummer, Öffnungszeiten usw.
Gerade diese Campingplatzgeschichte fand ich auf meinen Touren immer besonders praktisch, da ich fast immer mit Zelt unterwegs bin.

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