2018 – La France à vélo – 2. von der Camargue zum Atlantik

Claudi und ich haben nun nach rund drei Wochen Fahrt im Mittelmeer gebadet. Davon handelt der erste Teil des Berichts “von Mulhouse zur Camargue“. Nun gehts gen Westen zunächst an der Küste entlang. Wir folgen dann dem Canal du Midi und de la Garonne, wechseln irgendwo bei Bordeaux nach Arcachon an den Atlantik und folgen dessen Küste bis zur Mündung der Loire.

Anmerkung: Bilder kommen nach und nach – garantiert! Etliche davon sind übrigens von Claudia. Danke, dass ich sie hier zeigen darf!

Freitag, 15. Juni – St. Michel en l’Herm

Wir hatten beschlossen noch einen Tag zu bleiben, uns etwas zu sortieren und an Akkus aufzuladen, was aufzuladen geht. Wir haben bis auf die Loire alle größeren Ziele, die wir erreichen wollten erreicht und können nun regelrecht bummeln. Bis St. Nazaire sind in unserem Tempo nur noch fünf Fahrtage.
Insgeheim hoffen wir ja noch auf den schnuckeligen kleinen Campingplatz direkt am Meer mit allem Pipapo, auf dem wir noch ein paar Urlaubstage verbringen können.
Und so langsam beginnen unsere Gedanken schon ein wenig um die Organisation der Rückreise zu kreisen. Nach Orleans werden wir wohl nicht kommen – und entsprechender Ehrgeiz zerfrisst uns auch nicht gerade – wohl aber nach Nantes oder eventuell Tours. Dort werden wir uns wohl in einer Autovermietung einen kleinen Transporter mieten, nach Straßburg fahren, ihn dort abgeben und beide mit der Bahn dann nach Hause fahren. So die ersten, groben Planskizzen. Doch schaun mer mal … ist ja noch reichlich Zeit …

Donnerstag, 14. Juni – La Rochelle – St. Michel en l’Herm (Campingplatz La Dive), 38 km

Öde, öde, öde ….

Zu berichten gibt es vom heutigen Tag nicht viel. Zunächst sahen wir zu, den EV 1 wieder zu erreichen. Der führte zunächst ein ganzes Stück an einem Kanal entlang und dann auf endlos scheinenden geraden Wegen durch eintöniges Marschland. Der Weg war oftmals auch nicht der beste und mit schmaler bereiften Rädern sicherlich kein Zuckerschlecken. Am Atlantik hatten wir sowieso immer mal wieder den

Der Weg war z.T. nicht so toll, aber die Beschilderung war wie überall nahezu perfekt

Eindruck, dass der EV 1 außerhalb der touristischen Bereiche manchmal deutlich in der Qualität nachließ. Dazu grauer Himmel meist kräftiger Gegenwind. Es war öde und Kraft raubend.
In St. Michel reichte es dann und wir steuerten den ersten Campingplatz an. Irgenwie ein Glücksgriff, schöne Zeltwiesen, überdachte Eßplätze, gute Lademöglichkeiten für Akkus, ordentliche Sanitäreinrichtungen und Ruhe, es ist so wunderbar ruhig hier!
Witzig ist, das der Ort St. Michel bis vor ein paar Jahrhunderten eine Insel war, die z.B. auch von den Wikingern überfallen wurde. Dann begann man, dem Meer das fruchtbare Marschland ringsum abzuringen. Heute ahnt man nicht einmal mehr, dass man sich im Ort auf einer ehemaligen Insel befindet.

Mittwoch, 13. Juni – La Rochelle

Einfahrt zum alten Hafen

Wir hatten beschlossen, uns La Rochelle anzusehen und zottelten auf unseren nun erstaunlich leichten Rädern am späten Vormittag in die Innenstadt. Wir ließen uns wieder von Naviki führen und ich muss ehrlich sagen, die von mir vor langer Zeit geschmähte GPS-App machte ihren Job wirklich ausgezeichnet ( so wie bereits am Tag zuvor und auch später bei der Rückfahrt). Vielleicht war mein früheres

Am alten Hafen

Urteil doch etwas vorschnell und dem damaligen Frust geschuldet.
La Rochelle ist eine sehenswerte und interessante Stadt mit einer bewegten Geschichte. So war sie z.B. eine Hochburg der Hugenotten mit einer recht fortschrittlichen Stadtverfassung. Bis sie dann von der Gegenreformation

Markttag an den Markthallen

größtenteils massakriert und der Rest vertrieben wurden.
Wir zogen kreuz und quer durch die Altstadt und am alten Hafen entlang und genossen die Atmosphäre dieses quirligen Ortes und den wohltuenden Schatten der Arkaden, die z.T. bereits in der Gotik entstanden. Es war gerade Markt und die Markthallen geöffnet. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und tauchten in das

Das Angebot verlockt zum Kaufen …

Getümmel ein. Irgendwann stand uns der Sinn nach Sitzen, nach Schatten und etwas Ruhe. Ein Stück an der Einfahrt zum alten Hafen vorbei Richtung offenes Meer fanden wir ihn dann, unseren Traumplatz, auf der Promenade unter breitkronigen Maulbeerbäumen. Es war ein herrlicher Sommertag, einer von diesen, bei denen das Sonnenlicht so eine silbrige Transparenz über Land und Meer wirft, in

Seufzzz…

der manche Dinge zu schweben scheinen. So auch die vielen Segler aller Größen, die auf dem glitzernden Wasser geschäftig hin und her wieselten. Wir waren faul, redeten mit weit in die Ferne gerichtetem Blick über die Dinge, die uns so in den Sinn kamen und wollten irgendwie beide nicht mehr fort von diesem kühlen Platz in der sanften Brise. Wir waren glücklich.

Schattenplatz auf der Promenade
Auf der einen Seite Badende, auf der anderen die Segler

Dienstag, 12. Juni – Rochefort – La Rochelle, 50 km

Ich hatte recht schlecht geschlafen – zu voller Bauch? – und dann fing es gegen 05.00 Uhr auch noch an zu regnen. Hmmmm, vielleicht ja doch noch ein Ruhetag? Irgendwie schwebte plötzlich der feine faulige Dunst der Korruption durch mein Zelt. Mal sehen, was die wackere Schwabenfrau nebenan so meinte. Irgendwann war auch sie auf Sendung und verkündete nach etwas Geziere weiter fahren zu wollen. Puff, das zarte Ruhetagswölkchen zerplatzte. Also nass einpacken, Frühstück im kleinen Aufenthaltsraum und dann gings los. La Rochelle war das Tagesziel.
Nachdem wir uns aus Rochefort heraus gewuselt hatten, ging es über kaum befahrene Landstraßen durchs. Über etliche Kilometer verliefen sie parallel zur Autobahn. Wieder einmal bemerkte ich, dass ich in den letzten Wochen recht lärmempfindlich geworden bin.

Teilweise tolle Wegführung direkt an der Atlantikküste …

Bei Port Punay kamen wir dann endlich wieder an den Atlantik. Ab hier verlief der Weg mit nur kurzen Unterbrechungen bis La Rochelle direkt an der Küste und war herrlich zu fahren, wenn auch nicht immer von bester Qualität. An einer Stelle machten wir eine lange Pause und genossen die würzige Seeluft und den weiten Blick aufs Meer.
In La Rochelle wollten wir auf den Campingplatz bei der riesigen Marina Port

… oder auf den Promenaden der Seebäder

des Minimes übernachten. Von dem kann man die Altstadt bequem zu Fuß erreichen.Doch daraus wurde nichts, denn der sollte erst zum 21. Juni öffnen. Zut! Zum Glück gab es ja Alternativen: Einen Platz im Westen bei Port Neuf und einen im Osten beim riesigen Gewerbegebiet Le Beaulieu. Claudia schlug den im Westen vor, da wohl etwas näher an der Altstadt gelegen. Auf dem Weg dorthin bekamen wir schon mal einen ersten Eindruck von dieser wirklich interessanten Stadt. Beim Campingplatz gabs dann zum zweiten Mal lange Gesichter: Nur für Wohnmobile! Also wuselten wir uns wieder mit inzwischen müder werdenden Beinen durch die Stadt. Doch aller guten Dinge sind drei und auf dem Platz in Le Beaulieu kamen wir endlich, nach ca. 13 zusätzlichen Kilometern unter. Und das gar nicht schlecht mit Grasplatz fürs Zelt und extra Tisch und Stühle für uns. Dank noch einmal an die freundlichen Menschen an der Rezeption!
Eingekauft habe ich dann noch schnell in einem schlicht gigantischen U-(Utile?) Supermarkt gleich nebenan. Ich dachte, nach Arcachon oder Rochefort wäre eine Steigerung dieses gigantistischen Irrsins nicht mehr möglich. Ich irrte!

Montag, 11. Juni – Rochefort

Einfach klasse, Ladestation für Akkus. Manche Municipals waren besser aufgestellt als gewerbliche

Was habe ich gut geschlafen! Gut, wie schon einige Zeit nicht mehr. Manchmal scheint es auch wirklich am Platz zu liegen und den Verhältnissen dort. Der freundliche Empfang und die gepflegten Verhältnisse auf dem Municipal wirkten wohl positiv auf unser Wohlbefinden. Und über Nacht war es erstaunlich still dort, obwohl der Platz mitten in der Stadt liegt und fast gänzlich mit Wohnmobilen belegt war.

Ruhetag ist Fresstag- Entschuldigung, aber es ist so

Den Morgen verbrachten Claudi und ich damit, bei einem endlosen Frühstück über Gott und die Welt zu plaudern und anschließend eine Maschine mit den stinkenden Klamotten – also eigendlich allen – zu füllen. Auch sie war wohl gestimmt und als ich wie üblich wieder vor ihr aus dem Zelt kroch, hörte ich heute keine entrüsteten halblauten Kommentare

Hier ein kleiner Imbiss von Claudia

wie z.B. “… seniler Bettflüchter …“. Es versprach also wirklich ein guter Tag zu werden. Und das obwohl es bis Mittag noch mehr oder weniger regnete.
Vorrang hatte natürlich erst einmal der Kauf eines neuen Akkupacks nebst Ladegerät, denn ausreichend Energie ist bei elektronischer Navigation halt das A und O. Am Nachmittag machten wir uns also auf zum Centre Commerciale, nur ein paar hundert Meter südlich des Campingplatzes. Wieder so ein riesiger Konsumtempel, in dem wir natürlich alles bekamen.
Am Abend dann das große Ruhetagsfressen. An solchen Tagen überkommts uns zuweilen sehr heftig. So mußte bei mir ein richtig großer Camenbert – ohne Brot – dran glauben, ein dreiviertel Schinken-Käsebrot mit selbst gemachter Avocado-Creme usw…

Sonntag, den 10. Juni – La Palmyre – Rochefort (Camping Municipal)

In der Nacht gabs ein mächtiges Gewitter mit ordentlich Regen. Danach konnte ich nicht mehr einschlafen und irgendwann hörte ich von nebenan: “Bist Du wach?“ “Grmmmbfff.“ “Mein Akku und das Ladegerät sind geklaut worden!“ Na gut, dafür können die Leute vom Platz nichts, aber wir beide hatten ein komisches Gefühl bezüglich Aufladen im Waschhaus und ich habs nicht gemacht. Jetzt hatte Claudia also auch das recht zweifelhafte Vergnügen. Wiederum wünschen wir der diebischen Ratte keine Freude mit der Beute. Möge sie vielleicht in seinem Auto oder so in Flammen aufgehen!Wir waren uns einig, nur noch weg hier.
Wieder ging es über 15 km auf gutem Weg durch Wald – den ich jetzt doch langsam etwas satt habe – und dann über die große Brücke über den Seudre. Hier veränderte sich die Landschaft stark und noch stärker, als es dann später über die Dämme des endlosen Schwemmlandes Richtung Rochefort ging. Das südländische verschwand für einen Augenblick, doch kehrte es in Rochefort noch einmal zurück.

Da war sie weg, die Brücke …

Kurz vor Rochefort zuckte uns noch der Schreck in die inzwischen schon recht müden Glieder. Die Hängebrücke war wegen Restaurationsarbeiten gesperrt! Doch alles wurde gut, denn die Franzosen hatten extra für Radfahrer und Fußgänger eine kleine Behelfsfähre eingerichtet. Ob man das bei uns auch gemacht hätte?
Der angepeilte Campingplatz “Le Bateau“ erwies sich als Reinfall. Miese Stellplätze,

Zum Glück gabs eine Fähre

in die Häringe nur mittels Pressluft zu treiben waren und ein sturer Service per Sprechanlage, der uns partout diese Äcker zuweisen wollte, obwohl es andere geeignete gab.
Wie beschlossen zum Municipal weiter zu fahren. Gute Entscheidung! Der war zwar sehr voll aber sonst prima.

Samstag, 09. Juni – Soulac-sur-Mer – La Palmyre (Camping La Cote Sauvage)

Bei Soulac hatte die Biscaya ein gutes Stück von Frankreich abgebissen

Eigendlich wollten wir es uns heute richtig gut gehen lassen, netter Platz mit Strand und so und alles deutete darauf hin, dass das auch klappt. Aber der Campingplatz in La Palmyre war ein ziemlicher Reinfall der Sorte vorne hui, hinten pfui. Vorne am Eingang alles chic, dahinter die Plätze z.T. recht ungepflegt. Wir belegten einen Platz in einem uns zugewiesenen Bereich und Claudia hatte gerade ihr Zelt aufgebaut, als einen recht resolute Zeltplatzlady auftauchte und uns klar machte, das wir dort zu verschwinden hätten und zwar pronto, der Platz sei reserviert. Das man uns freigestellt hatte dort zu Zelten interessierte sie nicht die Bohne. Überhaupt gebärdete sie sich so, als wäre das Ganze unser Verschulden.
Wir zogen um und ich meldete unseren Platz bei der Rezeption an. Da fragte mich selbige Lady doch glatt, ob wir denn jetzt einen schönen Platz gefunden hätten. Da fühlte ich mich schon richtig verarscht! Ich machte ihr recht deutlich klar, dass ich den Service für ausgesprochen Scheiße halte (wörtlich!) und zumindest ein Wort des Bedauerns oder der Entschuldigung für die uns entstandenen Umstände aufgrund eines Fehlers an der Rezeption erwarten würde und nicht eine recht unverschämte Schuldzuweisung. Irgendwie hab ich es wohl sehr verständlich hingekriegt, denn auf einmal floss sie über vor Bedauern und Entschuldigungen. Zu spät! Müde Radwanderer hassen wenig mehr, als am Ende des Tages aufgebaute Zelte ab- und wieder neu aufbauen zu müssen.
Nun gut, später gabs bei mir ein recht leckeres Bolognese mit viiiiel Knoblauch und die Welt war wieder einigermaßen in Ordnung. Doch statt der ein, zwei

Auf der Fähre über die Gironde

Ruhetage beschlossen wir am nächsten Tag weiter zu fahren. Weg hier, weg von lautstarker Animation bis in die Puppen, weg von offenkundig überfordertem Personal und weg von einem grottigen Strandzugang.

Dabei war der Tag so gut gelaufen. Bis zur Fähre gings auf erstklassigen Wegen weiter durch den Wald. Vorbei an den alten Bunkerstellungen des Atlantikwalls und entlang der verfallenen Versogungsbahn, die diese Stellungen wohl verband. Bei bestem Wetter setzten wir dann über die

Küste bei Royan

Gironde-Mündung nach Royan über und waren ganz im Urlaubsmodus.
Nach Karte schien der weitere Weg  durch Royan etwas tricky, aber er stellte sich dann als genauso ertsklassig und gut zu fahren, wie der bisherige heraus. Es ging fast immer an der traumhaften Küste mit vielen herrlichen Aussichten entlang und später dann wieder durch den Wald des Hinterlandes. In La Palmyre kauften wir noch ein und legten dann die letzten Kilometer zu dem Zorn erregenden Platz zurück.

Freitag, 08. Juni – Hourtin – Soulac-sur-Mer (Camping Les Sables ‚Argent)

Beim Frühstück trafen wir uns noch einmal: Erich, der sympatische Vieltourenfahrer aus Karlsruhe und das saarländische Ehepaar, das soviel über seine Urlaube in dieser Gegend zu erzählen hatte. Doch bald waren wir alle wieder unterwegs. Wir folgten dem EV 1 nach Norden. Erst entlang der Straße

Straßen nur für Fahrräder, in Frankreich keine Utopie

auf eigenem Radweg, später nur noch auf eigens angelegter Radstraße, denn anders kann man es kaum nennen. Die Franzosen haben in großem Maßstab ein eigenes Radstraßennetz angelegt und bauen es immer weiter aus. Oftmals ist es einfach perfekt angelegt, zweispurig und  mit eigener Beschilderung, Verkehrszeichen usw.. Kraftfahrzeuge mit Ausnahme von Pedelecs sind meist verboten. Zuweilen teilen sich lediglich Radfahrer und Fußgänger diese Straßen. Und dies nicht nur in den Touristengebieten, sondern auch in vielen Städten. In Frankreich hat man offenkundig die Bedeutung des Fahrrads für den Verkehr der Zukunft  erkannt und handelt entsprechend. Die sprunghaft zunehmende Bedeutung der E-Bikes tut Übriges. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren das Deutschland dies alles mal wieder tief verschläft, so wie die Digitalilisierung – ob die zuständige Ministerin wohl inzwischen weiß, dass Bits & Bytes keine Knabbermischung sind? – oder die E-Mobilität.
Gegen Mittag beschließen wir, den Campingplatz im Süden Soulacs anzufahren. Ein guter Entschluss, denn inzwischen ist es brechend heiß.

Donnerstag, 07. Juni – Camping Bremontier – Hourtin

Endlich hatte sich das Wetter wieder gebessert und wir konnten weiter. Gegen 09.30 Uhr rollten wir wieder auf diesem wunderschön angelegten Radweg. Vorgestern noch durch Regenwald und heute durch das endlose grüne Meer der knorrigen Pinien der Landes. Und als die Sonne dann herauskam verbreitete sich der wundervolle Duft dieser Bäume des Südens. So ging es in sanftem Auf und Ab über den kurvigen Weg und unsere Reifen sangen auf dem glatten Asphalt. Ich hatte fast immer irgendwie das Gefühl, bergab und damit entsprechend leicht zu fahren. Darauf angesprochen konnte Claudia dieses Gefühl für sich nicht bestätigen. Eigenartig.

Der “Partydampfer“ in voller Fahrt!

Irgendwann hörte ich die typischen Bässe Musik hinter mir und dachte, ich werde von einem Partydampfer verfolgt. Als selbiger an mir vorbeidampfte entpuppte er sich als Tandem + Anhänger auf dem zwei sportiven jungen Frauen mit gutem Tempo an mir vorbei rauschten. Die waren richtig gut drauf.
Nach Carcans erreichten wir gegen Mittag Lacanau, wo wir uns wieder mit Lebensmitteln und Geld eindeckten. Runde sieben Kilometer vorher mutierte übrigens der bis dato tadellose Weg zu einer der ursprünglichen Forststraßen, d.h. einem ca. 60 cm breiten Weg aus Betonplatten. Zum Glück war er noch recht gut fahrbar. Allerdings waren auch hier schon Vorbereitungsmaßnahmen für den Ausbau getätigt worden.

Kreisverkehr für Fahrradwege!

In Lacanau wurde uns dann erst richtig bewußt, wie fahrradverrückt die Franzosen wohl sind. Wir stießen dort auf einen richtigen Kreisverkehr ausschließlich für Fahrräder, fünf an der Zahl!
Uns war es noch zu früh und es lief einfach so gut. So beschlossen wir, bis zum Camping in Hourton weiter zu fahren. Der EV 1 führte dorthin über ca.14 km bestens asphaltierter Forststraße ohne sonderliche Problemstellen. Mir begegnete gerade mal ein! Fahrzeug der Forstleute.
Auf dem Campingplatz trafen wir wieder auf Erich aus Karlsruhe. Er war solo in Frankreich unterwegs und wir hatten uns tagsüber auf der Strecke schon getroffen. Auch unsere Ösis meldeten sich über WhatsApp und berichteten über tolle Schlossbesichtigungen an der Loire. Die Welt war schön!

Mittwoch, 06. Juni – Camping Bremontier

Strand, so weit der Blick reicht …

Der Tag begrüßte uns mit Regen und als es mittags noch nicht aufgehört hatte, beschlossen wir zu bleiben. Der Platzbetreiber war supernett, die Versorgung gesichert, es gab preiswertes Internet und der Strand war hier einfach sensationell – feinster Sand vor dem Dünenwall von Horizont zu Horizont. Dahinter die unendlich scheinenden, dunkelgrünen Pinienwälder der Landes. Vor der Erdölzeit soll hier ein Zentrum der Terpentinherstellung gewesen sein, welches man wohl aus ihrem Harz gewann.

Dienstag, 05. Juni – Arcachon – Camping Bremontier (ca. 15 km nördl. Cap Ferret), 36 km

Zur Überfahrt Regen

Die dritte Nacht hatte der Himmel im wahrsten Sinne des Wortes ein Einsehen mit uns. Gerade, als die Rüpelbande wieder loslegen wollte öffnete er seine Schleusen und ruhig wars. Regen bringt wirklich Segen!

Ansonsten hatten wir tolle Nachbarn. Zwei Familien aus Rostock mit vier kleinen Kindern und zwei Paare aus München. Die

Das Eisenschwein und die Alublechdose waren gut gesichert

Rostocker boten uns z. B. ihre Stühle zum Sitzen an – eine nette Geste für jemanden, der nicht mehr auf dem Boden sitzen kann. Und der Bayern-Häuptling staunte nicht schlecht, als ich prompt das Musikstück, dass er mir breit grinsend des morgens vorspielte, als Bayerischen Defiliermarsch identifizierte. Da war er platt! Wenn schon Strauß, dann bitte Franz-Josef. Der Abschied fiel uns schwer und wurde ein wenig dadurch getrübt, dass mein

Auf Cap Ferret nach Norden. Der Weg war prima, der Regen nicht

Ladegerät + Akku in der Nacht geklaut wurden. Ich wünsche dem Dieb oder der Diebin keine Freude damit. Zum Glück gibts in Arcachon einen riesigen Intermarche und ich konnte Ersatz besorgen. Aber es war einfach ärgerlich.

Von Arcachon setzten wir mit einer kleinen Fähre nach Cap Ferret über und fuhren dann auf einem richtig schönen Radweg Richtung Nord.

Eine kleine Verkostung ausgezeichneter Spezialitäten bis nach Mitternacht

Der Zeltplatz war fast leer und bei der Anmeldung kamen wir mit einem Paar aus Linz ins Gespräch, Andrea und Andreas. Sie luden uns zum Abend auf ein Glas zu sich ein und es wurde einer der nettesten Abende unserer Tour bisher. Wir redeten über Gott und die Welt, verbesserten diese ein wenig und verkosteten eine Reihe vorzüglicher Sprituosen, die sie in ihrem Camper dabei hatten: Einen edlen 15 Jahre alten Rum, einen selbst gebrannten Himbergeist, der phantastisch nach Himbeeren duftete und nicht brannte und Andreas selbst aufgesetzten “Zirben“, irgendwie eine Art Likör aus Zirbenzapfen, der sehr fremdartig und lecker schmeckte. Es war schon nach Mitternacht, als wir in unsere Zelte krochen und beim Rauschen der Brandung einschliefen.

Montag, 04. Juni – Arcachon

Ein richtiger Gleitschirmschwarm hing zeitweise über unseren pfen

Auch in der zweiten Nacht verhielt sich eine Gruppe junger Gleitschirmflieger, die etwaszu unterhalb campierten, vollkommen rücksichtslos und störte alle umliegenden mit lautem Gegröhle. Einer fiel dabei besonders durch sein ziegenhaftes, widerlich meckerndes Lachen immer auf. Wir nahmen uns vor ihnen ihren Schlaf bei unserer Abfahrt gründlich zu rauben und wünschten ihnen allesamt von ganzem Herzen sehr harte

Der übliche kitschige Sonnenuntergang über dem Atlantik darf natürlich nicht fehlen

 

Landungen für den Tag. Meine Güte, wie weit es mit einem kommt, wenn man durch rabiate Rücksichtslosigkeit aufs äußerste gereizt wird. Eigendlich sind wir doch ganz friedfertige und freundliche … hmmmm …

Sonntag, 03. Juni – Arcachon

Küstenfeeling …

Es ist ein schöner Platz hier und die Lage ist wirklich phantastisch. Nach ausgiebigem Frühstück gings aber zunächst an die übliche Wäscheprozedur. Während diese schön in einem Packbeutel, meiner “Reisewaschmaschine“, in heißem Wasser einweichte, verlor ich mich auf einer schattigen Bank beim Schreiben des Blogs und vergaß vollkommen die Zeit. Ins

Start auf der Düne

Jetzt wurde ich dann durch eine knarzige Whatsapp-Nachricht zurück geholt. Madame war äußerst unwirsch. Da ich gefragt hatte ob ich sie auf die Düne begleiten könne, hatte sie lange auf mich gewartet und machte sich nun allein auf zu Strand und Düne. Ich hätte ihr wirklich eine Info zukommen lassen können. Mea culpa, mea maxima culpa!

Die Düne von Pilat

Aber ehrlich gesagt stand mir der Sinn sowieso nicht nach Düne. Als Flachländler halte ich Steigungen für ein vollkommen überflüssiges Phänomen der Natur und seit meiner Herz-OP sowieso. Also suchte ich temporär Verstoßener mir einen Platz auf einer Bank vorn an der Steilküste. Die ragt hier so 30 bis 40 Meter über das Meer und ich hatte von dort einen wundervollen Blick auf die riesigen Sandbänke mit dem endlosen Atlantik dahinter und die Einfahrt zum Bassin d’Arcachon. Ich schrieb wieder, war glücklich und zufrieden und sicher, dass die Riesendüne auch ohne meine Besteigung weiter wachsen würde.
Abends blickten wir dann noch lange gemeinsam in die Weiten der Biscaya und blieben bis die Sonne untergegangen war. Einige Gleitschirmflieger nutzten noch die stetigen Hangwinde der Steilküste und zischten z.T. um uns herum oder direkt über unseren Köpfen vorbei. Manche schwebten allerdings fastalle bewegungslos wie Möven über der Kante und wurden langsam höher und höher getragen.

Samstag, 02. Juni – Valence – Arcachon, 45 km

Brücken nur für Radfahrer!

Wir sind am Atlantik! Die Überlegung war, ob wir noch zwei weitere Tage am Kanal entlang fahren wollten und dann noch zwei Tage durch die endlosen Pinienwälder der Landes oder es mal wieder per Zug versuchen wollten. Wir entschieden uns für den Zug.
Dieses mal nutzten wir die Frische des Morgens, rollten recht früh vom Platz und kamen noch vor Mittag in Agen an. Der

Erspielte so richtig gut im Bahnhof von Agen

Bahnhof dort ist recht chic modernisiert und durch die Räume schwebte Klaviermusik. Ein junger Mann saß dort am Instrument und improvisierte gekonnt. Klaviere hatten wir auch schon auf anderen größeren Bahnhöfen gesehen und fast immer saß jemand daran und spielte. Wir fanden das eine tolle Aktion der SNCF. Auf unseren Bahnhöfen mit der Klientel, die sich meist dort herum treibt m.E. vollkommen undenkbar! Überhaupt

Unser Platz an der Düne von Pilat mit phantastische Sicht auf Meer und Düne

schien mir Frankreich im Vergleich zu Deutschland eine eher vandalismusfreie Zone zu sein, soweit wir es bisher gesehen hatten. Liegt es daran, dass man derartiges nicht bereit ist einfach hinzunehmen – wie man es aus meiner Sicht bei uns macht – oder haben die jungen Menschen vielleicht während ihrer Erziehung ein anderes Sozialverständnis vermittelt bekommen?
Wir hatten mal wieder Glück. Erstens

Nette Leihgabe netter Nachbarn für einen kreuzlahmen alten Knacker

streikten die Bahner nicht, zweitens gabs eine günstige Bahnverbindung nach Arcachon, drittens war Umsteigen einfach, da es Rampen und Rolltreppen gab und viertens fuhren wir in modernen Niederflurwagen mit komfortablen Fahrradabteilen. So erreichten wir gegen 16.30 Uhr Arcachon und den lange ersehnten Atlantik.
Vom Bahnhof gings natürlich erst einmal schnurstracks an die Nahe Promenade am Bassin d’Arcachon. Wow, da kam sofort richtiges Seebad-Feeling auf. Draußen, auf dem im irgendwie transparenten Sonnenlicht glitzernden Bassin flitzten eine Unmenge Boote hin und her, auf der Promenade bewegten sich lässig schlendernd die Massen der Promenierenden hin und her und viele Fahnen bauschten sich eher müde in der sanften, salz- und tangwürzigen Seebrise. Wir waren endlich da und wir waren begeistert!

Ankunft an der Promenade von Arcachon

Unser weiterer Weg führte uns dann langsam nach Süden zur Düne von Pilat und unserem gleich südlich davon gelegenem Campingplatz. Und wieder hatten wir Glück, denn wir ergatterten für unsere kleinen Zelte einen tollen Platz mit Blick aufs Meer und die Düne. Doch mir reichte es. Der Tag war lang gewesen und das Stück um die Düne herum mit seinem Auf und Ab hatte irgendwie reichlich Körner gekostet – na ja, vielleicht hätte ich vorher auch nicht den mächtigen Burger essen sollen … Ich verschwand bald im Zelt und kurz darauf im Land der merkwürdigen Träume.

Freitag, 01. Juni – Moissac – Valence, 26 km

Der Kanal wird über den Tarn geführt

Erwähnte ich schon, dass ich Platanen liebe? Es sind prachtvolle Bäume und unvergleichliche Schattenspender. Und den hatten wir bitter nötig, denn die Sonne brannte und biss. Zum Glück bot die heutige Strecke viele Kilometer Weges unter dem kühlen Schirm mächtiger Bäume dieser Art.
Wir hatten aber auch irgendwo selbst schuld, denn derTag begann mit

Auf der Kanalbrücke
Der berühmte Kreuzgang

ausgedehntem morgendlichen Klönschnack mit den netten Schweizern, die mit ihrem supergepflegten Eriba Puck neben uns standen, dann sahen wir uns noch den wunderschönen Kreuzgang Abtei im Ort an und auf dem Rückweg versperrte uns eine furchtbar aufdringliche Pizzeria den Weg. So wurde

Lecker, aber nicht gut für die Kondition

es ein Uhr, als wir wir endlich mit prallen Bäuchen rollten – zur größten Mittagshitze! Sehr clever!
Die Folge war, dass in Valence Schluss war. Wir kauften noch im örtlichen Casino ein und schlichen dann zum Municipal. Von dem Dragoner von Platzchefin ergatterte ich einen schattigen Platz unter einer riesigen Pinie und dann saßen erst einmal da, futterten unsere wir-sind-platt-Melone, unfähig zu irgenwelchen weiteren

Weiter unter schattigen Bäumen
Schleuse mit typischem Schleusenwärterhäuschen

Aktionen.

Die Melonenschlachterin

Irgenwann rafften wir uns auf und bauten auf. Das wars dann aber auch. Wir suchten uns Plätzchen im Schatten und ich wachte tatsächlich erst gegen halb sieben auf. Der Rest war Routine und in der Nacht schlief ich tief und fest.

Donnerstag, 31. Mai – Toulouse – Moissac, 62 km

Gut zu fahrende 62 Kilometer, z.T. in schier endlosen Geraden entlang des Canal de la Garonne. Eigentlich gibt es nichts zu meckern, es war trocken, nicht zu heiß und auch der Weg war ok. Nun gut. Was mich allerdings beschäftigte war ein Traum,von letzter Nacht. Er war sehr intensiv und als ich aufwachte konnte ich mich mich recht genau und ziemlich ratlos an die vielen Details erinnern. Irgendwie war ich aber auch bezaubert, denn Träume dieser Art sind für mich sehr untypisch. Es ging in dem Traum um

“Die Ente“

Er begann mit einem Mann, hager und groß gewachsen, den das Schicksal aus irgend einer Laune heraus alles hatte verlieren lassen. Er beschloss, nicht mehr nach Geld und Besitz zu streben und künftig nur von dem zu leben, was die Menschen ihm gaben. So zog er durch die Lande.
Eines Tages, er machte gerade eine Pause an einem Feldrand, kam eine Ente aus dem Feld herangewatschelt. Sie schaute ihn mit ihren dunklen Knopfaugen an und kam furchtlos bis auf wenige Schritte an ihn heran. Er schaute sie erstaunt an und forderte sie leise auf, näher zu kommen. Sie legte den Kopf etwas schräg, und dann, als ob sie ihn verstanden hätte, setzte sie sich wieder in Bewegung, hüpfte in seinen Schoß und machte es dort gemütlich. Schon lange hatte er nicht mehr soviel Vertrauen gespürt und er genoss dieses gute Gefühl, wie er schon lange nichts mehr genossen hatte. Die Ente hatte schon einige Zeit auf seinem Schoß gesessen und ihn dabei gemustert, als er sie sanft mit beiden Händen aufnahm und vor sein Gesicht hob. “Solange Du bei mir bist soll dir nichts geschehen. Ich werde immer alles versuchen, dich zu beschützen.“ Die Ente sah ihn mit schräg gestelltem Kopf aus ihren unergründlichen Knopfaugen an und nickte mehrfach. Und nwieder hatte er das Gefühl, als verstünde sie ihn.
So wurden sie Gefährten und zogen gemeinsam durchs Land. Hin und wieder flog sie fort kam aber immer nach einigen Stunden oder Tagen zurück. Diese Zeiten waren schrecklich für den Mann.
Doch eines Tages bekam er nichts mehr von den Leuten, den Grund kannte nicht, und er begann zu hungern. Er wurde immer hagerer bis er eines Tages vom Tod gezeichnet zusammenbrach. Leute, die auf dem Feld arbeiteten, liefen herbei und wollten helfen. Sie gaben ihm zu trinken und wollten die Ente töten, um aus ihr eine kräftigende Suppe kochen. Als der Mann die hörte, verbot er es ihnen mit letzter Kraft, denn die Ente sei seine Gefährtin und Freundin. Kurz darauf starb er. Die Leute brachten ihn in ihr Dorf und begruben ihn auf dem Friedhof.
Als der letzte Mensch gegangen war kam die Ente herangewatschelt, erklomm etwas mühsam den Grabhügel und setzte sich mit einem traurigen “Quaaak“ obenauf, wie auf ein Nest. Dort blieb sie den Rest des Sommers und des Herbstes und ging nur fort, um im nahen Dorfteich zu schwimmen und zu fressen. Als der Winter kam, bauten ihr die Leute ein kleines Häuschen, stellten es ihr aufs Grab und gaben ihr zu fressen.
Der Frühling kam und mit ihm ein bunt schillernder Erpel, der eines Tages vor dem Häuschen auf dem Grab stand. Bald führten sie ihre Küken zum Teich und als diese größer wurden setzte sich jedes von ihnen auf eines der anderen Gräber. Die Leute vom Dorf waren zunächst sehr erstaunt, doch stellten dann auf jedes weitere Grab mit einer Ente darauf auch ein Häuschen. Nach einigen Jahren standen auf allen Gräber Entenhäuschen und die Leute, freuten sich darüber …

Was das alles bedeuten mag und ob es überhaupt eine Bedeutung hat, weiß ich auch nicht. Aber beschäftigt hat mich dieser Traum schon. Da er aber auch irgendwie zur Radtour gehört, habe ich ihn hier aufgeschrieben.

Mittwoch, 30. Mai – Carcassonne – Toulouse

Es gibt nichts sonderlich Aufregendes zu berichten. Wir sind mit Bahn sogar komplett nach Toulouse gefahren, da wir sonst noch einmal hätten umsteigen müssen und das mussten wir mit den voll bepackten Rädern nun wirklich nicht haben.
Die Bahnfahrt war doch etwas abenteuerlich, denn in dem kleinen Zug wollten erstaunlich viele Radfahrer, z.T. mit Gepäck, mitfahren. Es war eine ziemliche Würgerei unter kräftiger Mithilfe des Personals, aber alle kamen mit. Bei uns wären wohl etliche auf dem Bahnsteig stehen geblieben. In La France nicht!
In Carcassonne mussten wir die Treppen runter und rauftragen, in Toulouse nur noch runter, rauf gings per Rolltreppe. Der Canal du Midi liegt praktischerweise direkt vor dem Bahnhof Matabiau und so sparten wir uns längere Gurkerei durch die Stadt.
Der Weg am Kanal führte uns schnell zu dem Becken, in dem Canal du Midi und Canal de la Garonne recht unspektakulär zusammen treffen. Dort wurden wir Zeuge, wie ein entgegen kommender Radfahrer einem vor uns fahrenden Italiener seine hübsche Stadtfahne aus der hinteren Satteltasche klaute. Meine Sammlung italienischer Flüche und wüster Beschimpfungen in nun um einige Kapitel reicher.
Am Canal de la Garonne reihten sich am Ufer über ein bis zwei Kilometer im Uferbewuchs provisorische Hütten von Obdachlosen oder Migranten. Gespenstisch.
Auf Höhe des ersten Zeltplatzes am Stadtrand hatte sich der Himmel dann dunkel zugezogen und es grummelte bedenklich. Wir beschlossen zu bleiben, wurden freundlich empfangen und wir bauten unsere Zelte auf einer schönen Zeltwiese mit Bänken, Tischen und bei Bedarf Schatten spendenden Bäumen auf. Eine gute Entscheidung!

Dienstag, 29. Mai – Carcassonne

Die Lage: Die Eisenbahner streikten heute. Wir wollen mit der Bahn weiter, bis die Wegvehältnisse für uns wieder sicher sind. Wir können also erst am Mittwoch weiter.

Wir blieben also noch einen Tag in Carcassone, warteten ein wenig Die Räder und das Material, kauften ein und lauschten lange Zeit dem Spiel eines alten spanischen Gitarristen. Es war ein entspannter, fauler Tag bei jetzt wieder besserem Wetter.‘

Montag, 28.Mai – Carcassonne

Wir sind auf dem Weg zur Cite. Der Himmel ist noch verhangen, die grafische Installation sieht eigenartig aus

Gibt es wirklich ernsthaft Leute, die an Carcassonne mit seiner Cite vorbei fahren würden? Wir hoffen doch nicht, denn sie würden wirklich etwas versäumen!

Wir machten uns erst gegen Mittag auf den Weg, als der morgendliche Regen aufgehört hatte. Zu Fuß war der Weg vom Campingplatz aus kein Problem und nur das letzte Stück den Festungsberg hinauf bracht uns etwas ins Schnaufen. Dort konnten wir dann als erstes die

… und so sieht sie aus dem richtigen Winkel betrachtet aus!

augenblickliche grafische Installation bestaunen. Dann ging es hinein in die Festung und dort stießen wir sofort auf die ersten der unzähligen Läden mit wundervollem Kunsthandwerk und viel anderen schönen und leckeren Dingen. Claudi war begeistert und ich ahnte, dass dieser Nachmittag wieder ein teurer für sie werden würde. Doch noch hielten die Dämme und so bummelten wir langsam weiter durch Gässchen und kleinen Plätze

Der Rundgang startet

dieser Mini-Stadt in der Burg. Immer wieder wurde der Blick frei auf die mächtigen Befestigungsanlagen oder das Land unterhalb der Festung. Einfach grandios!

An der großen Kirche wurde gerade gearbeitet, wir besichtigten sie trotzdem und bewunderten die riesigen, bunten, wundervoll gearbeiteten Fenster und Rosetten. Zufällig hatten wir den richtigen Zeitpunkt gewählt, denn drei Männer stimmten unvermittelt einen ganz eigentümlichen Gesang an, der zart und doch stark durch das gesamte Kirchenschiff schwebte. Für einen kurzen Moment vergaßen wir die Welt um uns und lauschten ganz entrückt diesen ßSphärenklängen, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Es erinnerte mich an den Gesang der Nonnen im Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, mit dem sie uns eines morgens weckten.

Irgendwann bekamen wir Hunger und entschieden uns für “Cassoule“, einer regionalen Spezialität. Das ist ein Eintopf aus weißen Bohnen (die mag ich eigendlich nicht) mit einem Entenschenkel und einem ordentlichen Stück Wurst. Die Cassoule wird immer wieder gebacken, angeblich sieben mal, und die sich jeweils bildende Kruste immer wieder in den Eintopf gerührt, was zu einem unvergleichlichen Geschmack führt. Wir habens richtig genossen und waren hinterher auch vollkommen satt. Absolut Empfehlenswert!

Der erste Einkauf war eine hübsch gearbeitete japanische Teeschüssel und da die den Versand in die Heimat unbeschadet überstehen sollte, wurde sie praktischerweise in zwei ???  (wird noch nicht verraten bis das Paket angekommen ist) verpackt. Ins Paket kamen auch … noch die zwei ??? (wird ebenfalls noch nicht verraten), die bereits in Aigues Mortes

Cassoule, man ahnt, dass es lecker ist

erworben wurden und natürlich jede Menge Seifen, sozusagen zur Duftabrundung. Es war ein guter Tag.

Sonntag, 27. Mai – Capestang – Carcassonne, 62 km

Die z.T. unberechenbaren und zumindest für uns zuweilen gefährlichen Wegverhältnisse am Kanal und dass es am Kanal keinen für uns geeigneten

Der leuchtende Klatschmohn fasziniert mich immer wieder

Campingplatz gab ließen uns zu einem drastischen Entschluss kommen: Wir wollten in einem Rutsch auf der Departementstraße radeln. So starteten nach einer unruhigen Nacht – im Ort dröhnte das Occitane-Festival bis morgens um vier – gegen 08.00 Uhr. Wir wollten die Morgenkühle noch mitnehmen und hofften auf noch ruhigen sonntäglichen Verkehr.

Über die Strecke gibts nicht viel zu berichten. Die Steigungen waren bis Trebes fahrbar und dann wurde es noch einmal hart. Doch dafür wurden wir dann mit einem ersten Blick auf das irgendwie märchenhafte Carcassonne belohnt.

Vor den Toren Carcassonnes

Der Platz ist gut mit schattigen Zeltplätzen, auch gutes Gratis-Internet gibts. Aber irgenwie war es kein guter Tag. Der ständige Autolärm, Abgase und einige sehr nah an uns vorbei rasende Fahrer – übrigens fast ausnahmslos Deutsche – machten die Kilometerfresserei nicht zum Zuckerschlecken. Eine junge Heilbronnerin, die die Route entgegen gesetzt fuhr, berichtete, dass die Wegverhältnisse erst ca. 40 Kilometer vor Toulouse wieder ordentlich wären. Schaun mer mal … Aber so einen Ritt machen wir nicht noch einmal. Und sowieso, morgen schauen wir uns erst einmal Carcassonne an!

Samstag, 26. Mai – Farinette – Capestang, 41 km

Nun weiß der interessierte Leser, warum man nur die Enden der Baguettes essen sollte …

Der dämmerige Tag begann mit – Regen. Es pieselte leicht auf mein Zelt und ich flitzte so, wie mich der Herr schuf hinaus, um unsere trocknende Wäsche vor erneuter Benetzung zu retten. Der Regen wurde kräftiger und ich drehte mich noch einmal in meinen kuschelige Quilt und versank kurz darauf im Land der Träume. Es regnete noch eine Weile und wir warteten ab. Da packen wir ohne Not nicht ein. So rollten wir an diesem Tag erst gegen 10.30

Fröhlich und freudig beginnt der junge Tag

vom Platz.

Wir nahmen erst einmal eine Parallelroute zum Kanal, denn dieser sollte erst nach ca. 5 km einen guten Fahrweg haben. Und der war dann auch wirklich gut. Perfekter Asphalt, schattige Bäume und auf dem Wasser immer wieder Boote. Manche davon tolle Konstruktionen aus umgebauten Lastkähnen. Und der Wind trieb uns förmlich nach Beziers! Es war

Im Süden herrsct Wassermangel. Ein Plakat macht nachdenklich

eine Lust dem Gaul die Sporen zu geben!

Kurz hinter Beziers erreichten wir “Neuf Ecluses“, eine beeindruckende Konstruktion von neun Schleusen hintereinander. Erstaunliche französische Wasserbaukunst, mal wieder. Und kurz hinter dem beeindruckenden Technikwunder wurde der Kanalweg wieder ekelig eng und wir wichen auf eine Nebenstrecke aus. Die stellte sich überraschend jedoch als recht schön heraus. In Colombier wurde dann kurz entschlossen in einem Restaurant direkt am Weg gegessen. Ich hatte die Plat du Jour, ein richtig leckeres Nudelgericht und Claudi einen Burger nach Art des Hauses mit

Der südlichste Punkt unserer Tour ist erreicht!

ordentlich Fritten.

Weiter gings und vor Poilhes gings derart hinauf, das ich schieben musste. Oben angekommen entschädigte ein weiter Blick ins Land. Unten konnte ich in der Ferne bereits die Häuser von Capestang sehen. Was folgte war eine Art Abfahrtsrausch. Ich rollte über einige Kilometer meinem Tagesziel entgegen. Welch ein Luxus. Das hatte ich ja noch nie!

Bei den “Neuf Ecluses“

Erst an der Stadtgrenze begann ich wieder richtig zu treten.

Der Campingplatz ist ein überraschend schöner Municipal mit viel Rasen, Hecken, schattigen Bäumen und wieder mal einem sehr netten Menschen, bei dem wir eincheckten.

Der Kanal ist einfach sehr malerisch

Freitag, 25. Mai – Sandya les Tamaris – Farinette (Mas de la Plage), 51 km

An diesem Morgen zahlten wir den Preis für den ungewöhnlich langen Abend am Tag zuvor. Irgendwie kamen wir nicht in die Gänge. Gegen 10.00 Uhr rollten wir dann jedoch, nicht ohne zuvor von Heidi mit ein paar persönlichen Erinnerungsgeschenken versehen worden zu sein.
Der Weg nach Sete war weder aufregend noch besonders schön. Unser Problem war, das der Eurovelo offenkundig einen neuen Verlauf hatte, wir aber noch die alten Tracks. Aber irgendwie wurschtelten wir uns durch die Stadt meiner Lieblings-Krimi-Barbie “Candice Renoir“. Es war gerade Markt. Ich kaufte Kirschen und ließ es mir im Schatten der mächtigen Platanen ein Weilchen gut gehen während Claudi durch den Fischereihafen düste. Ausgangs des Stadtkerns trafen wir uns und beschlossen einen der Campingplätze hinter Agde anzufahren.

So kamen wir zu unseren ersten Kilometern am Canal du Midi. Und die waren nicht ohne, z.T. sehr schmal direkt am Kanal, mit gefährlichen Spurrillen im steinhart getrocknetem Schlamm vergangener Regentage. Man hatte im Zweifelsfall die Wahl in die Dornen oder in den Kanal (ohne Ausstiegsmöglichkeit!) zu kippen. Ich bin wirklich kein Schisser, aber einige Male schob ich mein Rad.
Claudia hatte inzwischen den Platz klar gemacht und sogar Tisch und Stühle vom sehr freundlichen und hilfsbereiten Personal erhalten. Der Platz ist wirklich ok mit tollem Waschhaus und sehr ruhig. Doch die angesammelte Müdigkeit forderte ihren Tribut. Gegen 20.00 Uhr krochen wir in die Zelte. End of transmission.

Donnerstag, 24. Mai – Sandaya les Tamaris

Camp in Les Tamaris

wir hatten beide beim Rauschen der Wellen und in der kühlen Salzluft gut geschlafen und beschlossen spontan, noch einen Tag zu bleiben. Der Platz ist dafür einfach ideal, denn der Strand ist um die Ecke und der Platz wird mit einem kleinen Markt versorgt, der von Fleisch über Baguette & Co bis Wein alles bietet. Allerdings mussten wir mit unserem Gerödel auf einen anderen Platz ziehen.

Das Brenner-Setup aus Trangia27 und MYOG Karbonfilzbrenner funktionierte prima
Der Muskat war ein erstklassiger Likörwein, eigentlich nicht das Richtige bei der Hitze
Für den größeren Durst hielt der bestens sortierte Laden des Platzes gerinfügige Mengen Weines bereit
Eines der beiden lieben Abschiedsgeschenke von Heidi

 

Was haben wir gemacht? Kurz, nix, wir waren einfach faul! Ich habe die Zeit genutzt um endlich den ersten Berichtsteil fertig zu stellen. Faul sein ist wunderschön sang schon Pippi Langstrumpf.

Mittwoch, 23. Mai – La Grande Motte – Sandaya les Tamaris (CP kurz vor Sete), 37 km

Es ging zunächst an der Küste entlang, später etwas ins Hinterland und dann recht langweilig bis zum Campingplatz. Unsere Befürchtung, oft mit dem Lärm

Zeitweise war der Weg durchaus recht hübsch

der vierspurigen Straße im Ohr fahren zu müssen traf zum Glück nicht zu. Im Gegenteil, der erste Teil des Weges war recht kurzweilig und angenehm zu fahren. Erst als der Eurovelo ins Hinterland abbog ( unbedingt auf der linken Seite des Kanals fahren!) gabs Lärm und später musste ein Stück auf der vielbefahrenen Straße gefahren werden. Als der Weg wieder nach Süden abbog wars erst interessant und zuletzt eher langweilig. In der Hitze des Tages beschlossen wir, den nächsten Campingplatz anzufahren und ein wohlgesonnenes Schicksal führte uns zu les Tamaris.

Kurz vor Les Tamaris

Nach der üblichen Routine war Baden angesagt und ich fühlte mich irgendwie ziemlich schlapp. Gegen Abend fuhren wir zum nahen Utile und dort gab es Gemüse. Gemüse! Wunderbar! Zum Abendessen gabs bei mir einen großen Topf Gemüseeintopf mit Reis. Unglaublich, dieser Geschmack frischer Petersilie!

Dienstag, 22. Mai – Saintes Maries de la Mer – La Grande Motte, 45 km

Warten auf die Fähre

Nun, es war heute eigentlich eine mehr ereignislose Fahrt bis auf eine bemerkenswerte Ausnahme. Zunächst gings entlang der Departementstraße zur Fähre über die Petite Rhone, dann über eine stille  Nebenstraße, die uns wieder zur stark befahrenen nach Aigues Mortes führenden Departementstraße führen sollte. Eine eher langweilige Kurbelei.

Ein Stadttor von Aigues Mortes

Kurz nachdem wir wieder auf o.g. Straße waren, machten wir Pause an einem Obststand mit leckersten frischen Kirschen, Erdbeeren und Aprikosen. Da können wir selten widerstehen. Da trafen zwei Radwanderinnen ein, beide Mitte zwanzig und sehr sportlich. Wir kamen schnell ins Gespräch und beide waren sehr sympathisch. Eine Ungarin und US-Amerikanerin hatten sich auf Tour

Gibts solche schönen Karussells bei uns eigentlich noch?

gefunden und waren nun auf dem Weg nach Portugal. Interessant und nachdenklich stimmend war, was die Amerikanerin über Stimmung und Leben in ihrer Heimat berichtete. Die sich dramatisch immer weiter öffnende Einkommensschere zwischen der Masse der und wenigen Reichen und Superreichen, der Angst, selbst in kleineren Städten nachts auf die Straße zu gehen oder wie dramatisch sich junge

Blick durchs Tor in die Altstadt

Leute selbst aus der Mittelschicht für ihre Bildung und Ausbildung verschulden müssen usw.. Sie beneidete uns Europäer. Viele, die in den 70 und 80ern von Europa in die USA ausgwandert seien, bereuten dies heute bitter. Fast drei Stunden dauerte unser Gespräch und als die beiden dann weiter fuhren, blieben wir sehr nachdenklich un etwas erschüttert zurück. Nach unserem Gefühl braut sich eine, von uns Europäern weitgehend unbeachtet, Stück für Stück eine soziale Zeitbombe nicht einschätzbarer Sprengkraft zusammen.

Einige Zeit schoben wir unsere Räder durchs malerische Aigues Mortes. Vor einem Messergeschäft blieb Claudi wie einzementiert stehen. An solchen Schaufenstern kann sie einfach nicht vorbei. Zwei tolle Camargue-Messer und ein wundervoll gearbeitetes Laguiole wurden dem Reisegepäck hinzu gefügt.

Als wir endlich La Grand Motte ankamen pressierte es etwas, denn die ersten Regentropfen fielen. Die riesigen Bettenburgen und fahren im heftigen Verkehr auf vierspuriger Straße muteten uns nach all der Einsamkeit der letzten Tage befremdlich an. Am ersten Campingplatz wurden wir unfreundlich abgewiesen. Ein Männchen kam auf Claudi zugestürzt, “No tents!“, und gestikulierte ihr gegenüber, als wollte er den Leibhaftigen mit dem vorgehaltenen Kruzifix vertreiben. Auf dem zweiten Platz bauten wir dann im Regen auf recht weichem Sand auf. So eine Schei….! Unsere Abendstimmung war schon besser.

Montag, 21. Mai – Le Salin de Giraud – Saintes Maries de la Mer, 34 km

Was für ein unglaublicher und unerwarteter Abend mit einem pfantastischen Musikerlebnis auf der alljährlichen Wallfahrt der Gypsies aus ganz Europa in Saintes Maries de la Mer. Davon später mehr.

Unser Weg führte uns zunächst ein Stück zurück, wie wir gekommen waren. Dann bogen wir ab und wir befanden uns bald im Naturreservat. Der Karte nach sollten große Seen links und rechts des Dammweges liegen, doch die waren z.T. schon weit verlandet. Uns wunderte, das immer mal wieder Autos auftauchten und tatsächlich, erst weiter im Reservat verhinderten Barrieren deren Weiterfahrt. Allmählich sahen wir auch Wasser. Unser erstes Zwischenziel war ein Leuchtturm mit kleinem. Hier kam der erste Großangriff der Mücken und wir flüchteten fast. Die Mücken begleiteten uns dann treu bis Saintes Marie. Der Weg schien zuweilen endlos. Immer wieder mal begegneten uns andere Radfahrer und manchmal hatten wir ein Gefühl der Verlorenheit in dieser endlosen Weite. Irgendwann tauchte Saintes Maries am Horizont auf und irgendwann rollten wir in Hitze und Staub im Ort ein. Der Weg forderte seinen Tribut.

Vom Ort selbst war ich eher enttäuscht. Besonders sehenswert war er nicht. Und erplatzt fast aus allen Nähten, denn fahrendes Volk aus ganz Europa besiedelte mit Campern, Wohnwagen und sogar klassischen Pferdewägelchen riesige Stellflächen. Bald erreichten wir den Campingplatz am anderen Ende der Stadt.

Gegen Abend überzeugte mich Claudia, mit ihr in die Stadt zu gehen. Von einer Freundin hatte sie gehört, dass zu Zeiten der Gypsie-Wallfahrt an verschiedenen Stellen des Ortes tolle Musik gemacht gespielt wurde. Und tatsächlich, an einem der Plätze trafen wir auf eine solche Truppe. Die machte mit Trompete, Hackbrett, Akkordeon, Trommeln und später einer Geige Musik vom Feinsten. Wir waren ganz gefangen von den manchmal zarten, meist aber irgendwie wilden, rhythmischen Klängen und vergaßen die Zeit unter dem Vollmondhimmel der warmen Sommernacht. Zwischendurch machten wir uns auf zur Kirche, wo sich die Menschen zur Messe versammelten. Ein altes Hutzelweibchen fummelte mir unter mysteriösem Gemurmel rasend flink einen Anstecker mit der Jungfrau ans Hemd. Ich dankte ihr, aber sie wollte einen Euro. Hatte ich nicht klein und bat so Claudia, auch bereits mit Anstecker versehen und im Feilschen um den Preis, um einen. Sie hatte keinen und gab dem Weibchen 10 € zum wechseln. Der Schein verschwand und ward nicht mehr gesehen. So zahlten wir unser Lehrgeld für die ältesten Tricks, aber wir lachten drüber. Selber schuld, denn wir hätten es wissen müssen. Auf dem Weg zum Platz zurück wurde uns nach und nach klar, was für einen außergewöhnlichen Abend wir erlebt hatten und diese Hochstimmung begleitete uns in den Schlaf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.