Eine Revolution namens „Gutenberg“

Gutenberg heißt der neue Texteditor, der mit dem kommenden WordPress 5.0 Standard wird. Er wirkt in manchen Dingen vertraut, aber etliches ist doch neu und teils gewöhnungsbedürftig, insbesondere das Bedienkonzept.
Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich diesen Bericht hier überhaupt veröffentlichen sollte, entschied mich nach einiger Überlegung jedoch dafür. Ich dokumentiere und blogge schließlich meine Outdooraktivitäten mit WordPress (WP) und somit ist es in diesem Zusammenhang für mich so bedeutsam wie ein Rucksack oder mein Fahrrad.

Der erste Kontakt

Logo des Gutenberg-Projekts

Die Tage forderte mich WP auf, Gutenberg, diesen doch so tollen neuen Editor, als Plugin zu installieren. Außerdem käme er mit WP 5.0 ja sowieso als Standardeditor. Ich bin eigentlich mit dem Classic-Editor recht zufrieden aber auch ziemlich neugierig, wenn es um technische Neuerungen geht.
Also Plugin installiert, aktiviert, neuen Bericht angelegt und ich sah … erst einmal ziemlich wenig! Die Oberfläche des Editors zeigte sich karg und ich mich irgendwie ein wenig enttäuscht. Dann planlos in der Erwartung eigener Intuition ein bisschen rumprobiert. Wie funktionieren diese komischen Blöcke? Wie krieg ich bestimmte Formatierungen hin? Wieso ist „Weiterlesen“ gesperrt? Warum lassen sich Bilder nicht in der Größe verändern? Und der Galerieblock scheint auch nicht richtig zu funktionieren. Der Frust wilden Rumprobierens brach aus. Plugin deaktiviert und Classic wieder aktiviert. So toll schien das Ding nun ja doch nicht zu sein.

Zweiter Anlauf

Eine Nacht drüber geschlafen und dann erst im Web mal eine Anleitung gesucht. Denn ich war immer noch neugierig. Dabei stieß ich auf zwei Videos von Ellen Bauer. Sie erklärte darin vieles sehr kompetent, einfach und verständlich – leider mit etwas ermüdender Stimme. Beim Anschauen der Videos und dem Lesen der anderen Infos ging mir ein Licht auf. Gutenberg ist nicht nur – zumindest aus meiner Sicht – als Editor eine wirkliche Verbesserung, er wird auch WP insgesamt gehörig umkrempeln und  zudem für ein stimmigeres Design der Software sorgen.
Meine Erhellung führte schließlich zu diesem kleinen Bericht, mit dem ich die mir wichtigen Möglichkeiten von Gutenberg gleich einmal austestete.

„Gutenberg“ ausprobiert

Block „YouTube“

Etwas außerhalb der Reihe stelle ich die beiden Videos von Ellen Bauer hier vor, denn mein erster Test war, ob die Einbindung von Videos aus YouTube problemlos klappt. Das tut es tadellos!

Hier stellt Ellen Gutenberg vor …
… und hier erklärt sie die Blocks

Und mit dem Einfügen der Videos war es bewiesen: Blöcke sind total einfach zu handhaben. Sie sind eine Erleichterung beim Editieren und dürften wohl diverse Plugins ersetzen. Und jetzt teste ich mit diesem ersten Gutenberg-Dokument mal weitere, mir wichtigsten Features.

Wer sich den zweiten Film von Ellen angesehen hat weiß eigentlich schon das Wichtigste. Ich arbeite übrigens inzwischen gern mit permanent angezeigten Blockeinstellungen (Zahnrad oder „Mehr Optionen“ unter den drei Punkten rechts des Blocks).

Block „Absatz“

Jetzt befinde ich mich im „Absatz“-Block. Der bietet neben den üblichen oben angezeigte Formatierungsmöglichkeiten auch diverse andere für Farbe bei Hintergrund und Text und umfangreiche für die Schriftgröße im Block.
Ein nettes Gimmick ist die Möglichkeit, Initiale in den Text einfügen zu können. Wird man sicherlich selten brauchen ist aber irgendwie nett.

Block „Spalten“

Mehr als nur ein Gimmick. Ohne Plugin hat man die Möglichkeit …

… seinen Text auch mehrspaltig zu layouten. In meinen Augen ein Fortschritt für die Gestaltung des Layouts.

Block „Bild“

Ein ganz wichtiger Block ist „Bild“ für mich. Deshalb werde ich den mal etwas umfangreicher darstellen, denn unter Gutenberg wurden die Möglichkeiten für das Einfügen von Bildern erweitert.

„Volle Breite“ – funktioniert bei diesem Theme nur mit dem Plugin Theme Support for Gutenberg – doch macht es auch Sinn?

„Weite Breite“ – funktioniert auch nur mit dem Plugin

Bild in Größe 800 x 601 (50%)

Größe 25%

… und noch einmal jetzt stufenlos verkleinert und rechts umflossen

Es gibt also ausreichend Möglichkeiten für das Einfügen von Bildern. Wichtig ist vielleicht, dass bestimmte Einstellungen auch vom jeweilig genutztem Theme abhängen. Die Bildgröße „Full“ ist bei diesem Theme z.B. ohne extra Plugin nicht möglich. Bis man sein richtiges Design gefunden hat, ist also sicherlich etwas probieren angesagt.

Block „Titelbild“

Mit dem Block „Titelbild“ lassen sich interessante Intros gestalten

ohne, oder wie hier, als fixierter Hintergrund

und z.B. 30% einstellbarer Hintergrund-Deckkraft

Block „Galerie“

Ich nutze bisher die Galerie von Supsystic und bin damit sehr zufrieden. Der Block „Galerie“ in Gutenberg war allerdings zunächst etwas irritierend. Ich konnte mir zwar einzelne Bilder anschauen wenn ich auf die dazu gehörige Mediendatei verlinkte, aber komfortabel eins nach dem anderen in einer Lightbox anschauen, das ging nicht. Schade, denn ansonsten gefiel mir die Galerie recht gut.

Mir gefällt das schlichte Design und das einfache Hinzufügen von Text. Auch kann man von einer bis mehrere Kolonnen einstellen und die letzten Vorschaubilder vergrößern sich automatisch, wenn es wie z.B. hier nur zwei Bilder bei drei Kolonnen sind.
Die Vorschaubilder sind standardmäßig beschnitten. Das kann man jedoch auch ausschalten. „Vorschaubilder“ suggeriert aber auch, dass es irgendwie eine „richtige“ Schau geben muss. Und die gibt es auch, sie ist aber offenkundig nicht eingeschaltet. Na ja, vielleicht wird’s ja noch bis WP 5.0 .
Ich konnte jedoch mittels des Plugins Advanced Gutenberg Abhilfe schaffen und die Lightbox funktioniert jetzt wie sie soll.

Block „Tabelle“

Eine recht nützliche neue Funktion.
Das Management von Zeilen und Spalten habe ich zunächst in den Block-Einstellungen vergeblich gesucht, dann aber oben bei den Formatierungen zufällig gefunden. Wäre m.E. rechts richtiger untergebracht.
Auch ein paar mehr Formatierungs-möglichkeiten hätte ich mir gewünscht. Aber auch hier schafft Advanced Gutenberg mit dem Block „Advanced Table“ Abhilfe.
Diese Tabelle hat Zellen mit fester Breite. Ist rechts einstellbar.

Hier zum Vergleich mal die gleiche Tabelle mit mit einigen Möglichkeiten von Advanced Gutenberg.

Eine recht nützliche neue Funktion.Das Management von Zeilen und Spalten habe ich zunächst in den Block-Einstellungen vergeblich gesucht, dann aber oben bei den Formatierungen zufällig gefunden. Wäre m.E. rechts richtiger untergebracht.
Auch ein paar mehr Formatierungs-möglichkeiten hätte ich mir gewünscht. Aber auch hier schafft Advanced Gutenberg mit dem Block „Advanced Table“ Abhilfe.Diese Tabelle hat Zellen mit fester Breite. Ist rechts einstellbar.

Block „Trennen“

Ein weiteres nützliches Layoutelement ist der Block „Trennen“. Es hilft insbesondere längere Texte übersichtlicher zu strukturieren. Deshalb mach ich es jetzt mal …


… hmmm ohne Advanced Gutenberg funktionierts, mit aber nicht. Hier scheint wohl noch ein kleiner Bug drin zu sein.

Block „Shortcode“

Für mich ist Shortcode wichtig, um z.B. Galerien von Supsystic einzubinden. Deshalb sei dieser Block hier kurz erwähnt.
Der Shortcode wird einfach im Block eingegeben.

Zusammenfassend

Soweit ganz kurz zu „Gutenberg“. Dank Ellens hilfreicher Unterstützung konnte ich dieses, mein erstes Gutenberg-Dokument problemlos editieren. Ich konnte mich schnell mit dem Editor vertraut machen und finde ihn inzwischen derart komfortabel, dass ich ihn künftig nur noch einsetzen werden.
Eine richtig nützliche Ergänzung ist ist das Plugin Advanced Gutenberg, das viele hilfreiche Funktionalitäten in neuen Blocks bereit stellt.
Ebenso das Plugin Theme Support for Gutenberg, denn manche Themes unterstützen Gutenberg – noch – nicht. So fehlen in meinem Theme „Twenty Seventeen“ manche Features und richtiges WYSIWYG gibt es auch nicht. Im Editor wird u.a. ein Font mit Serifen angezeigt, der Font im Theme hat jedoch keine Serifen. Bis zum Update des Themes auf Gutenberg-Funktionalität – wenn es denn irgendwann eins gibt – stellt dieses Plugin diverse Möglichkeiten von Gutenberg zur Verfügung.
Die beiden Plugins bieten Ergänzungen an, die ich in Bezug auf Bedienlogik und Sinnhaftigkeit eigentlich in Gutenberg erwartet hätte. Vielleicht kommt das noch.
Bis dies vielleicht geschieht, würde ich beide Plugins immer zusammen mit Gutenberg installieren!

Ich bin schon gespannt auf die Endversion und ob sie bei den Blöcken doch noch ein wenig aufbohren. Die angesprochenen Plugins zeigen wie es geht. Das der Galerie-Block allerdings dann korrekt funktioniert scheint mir ein Muss.
Ich weiß zwar, dass Gutenberg in der Blogger-Gemeinde umstritten ist, doch ich finde ihn wirklich gut gelungen. Insbesondere die schnelle Einarbeitungszeit in das neue Bedienkonzept hat mich überzeugt.

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