„MT-Shelter“ – Veranda fürs MoTrail

Für mich allein bietet das MoTrail im Normalfall reichlich Platz. Zum Abwettern oder auch für einen etwas längeren Aufenthalt ist mir die Apsis jedoch etwas zu beengt, insbesondere wenn ich bei Regen kochen möchte. Was mir also vorschwebte war eine Art überdachter Bereich vor dem Eingang, bei dem normaler Regen kein Thema ist, ich Sicht nach außen habe und darin bequem herumwirtschaften kann: Kurz, eine Art Veranda – mein „MT-Shelter“!

Auch hier galt wieder: Leicht sollte es sein, einfach und schnell zu montieren und möglichst keine Veränderungen am Zelt erfordern. Mit dem MT-Shelter gelang mir das.

Da geht doch was! Das kleine Raumwunder mit dem MT-Shelter bahnt sich an …
… und so sieht’s fertig aus
Der leichte CatCut sorgt für einen einwandfreien Sitz
Das bringt wirklich gut geschützten Platz
Auch in der Seitenansicht ist der Raumzuwachs gut zu erkennen

Das Shelter ist eigendlich ein trapezförmiges Stück Silnylon, mit dem ich die bereits vorhandene Möglichkeiten der Konstruktion des MoTrail nutze. Es ist an einem Ende an den beiden seitlichen Ösen der Firststange befestigt und am anderen Ende wird es mit zwei Trekkingstöcken o.ä. aufgestellt. Das Trapez wird dann zum Dach und die vorderen Apsiswände werden zu Seitenwänden.

Haken zum Einhängen in die Ösen am Firststab
…und so funktioniert das dann
… das ist dicht!

Die Konstruktion ist recht dicht, denn an den Seiten überlappt sie deutlich die Seitenwände und am First reicht sie unter die Lüftungshutze. Mittels Gummis an den Befestigungspunkten wird alles unter Spannung gehalten.

Das Schnittmuster des „MT-Shelter“ mit allen erforderlichen Angaben

Die Anfertigung des MT-Shelters ist einfach. Um die Verluste beim Zuschnitt gering zu halten, besteht es aus zwei Teilen, die in der Mitte zunächst mittels einer doppelten Kappnaht verbunden werden.
Dann die Ecken des zugeschnittenen Stoffes und die Mitte der Vorderseite als besonders belastete Stellen mit Verstärkungspatches (eine Lage Silnylon) versehen. Ich klebe sie mit Elastosil auf links, also unter das spätere MT-Shelter. Man kann sie auch nähen, aber das halte ich für unvorteilhafter.

Verstärkungspatch mit Schlaufe

Als nächstes mit knapp 1 cm rundum säumen, Schlaufen aus 10 mm Gurtband annähen, Haken mit doppelten 2 mm Gummringen einziehen – fertig. Die Haken habe ich aus normalem 3 mm Aluminium-Halbzeug gebogen.
Die Seiten und die Vorderseite habe ich mit einem mäßigen Catenary-Cut von jeweils 1,5 cm Tiefe versehen, der die Dachfläche des Shelters strafft.

Am Zelt muss noch eine kleine Modifikation in Form einer stabilen Zugentlastung vorgenommen werden. Die wird an den Reißverschluss angenäht. Ich halte die Zugentlastung für unbedingt erforderlich! Sonst riskiert man einen ausgerissenen Reißverschluss.

Die Zugentlastung aus Gamaschenhaken und Zeltring

Die obigen Bilder stammen vom ersten Aufbau. Insgesamt passt das Shelter schon sehr gut. Allerdings werde ich noch zwei Dinge verbessern: Den Sitz an den Stangen und eine kleine Sicherung an den Seiten, damit Wind sie nicht hochhebt.

Nicht dramatisch, geht aber besser
Auch hier geht es noch besser
Eine Schlaufe, 3 mm Rundgummi und ein Stückchen Flauschband – fertig ist die Seitenfixierung

Die Montage ist schnell erledigt: Aufstellstangen (Trekkingstöcke o.ä., ca. 110 cm) und Häringe bereit legen, Sturmleinen in die Schlaufen an den Reißverschlussenden der Apsis knoten, Zugentlastung am Reißverschluss einhaken!, MT-Shelter unter der Hutze einhaken, mit den Stangen aufstellen und abspannen. Die Schlaufe in der Mitte der Vorderseite kann für eine zusätzliche Befestigung oder Abstützung genutzt werden.

Wenn es das Wetter erlaubt, bleibt nachts einfach alles aufgebaut und das Schlafgefühl nähert sich schon stark dem unter einem Tarp an. Was man am Shelter aber wirklich hat, merkt man vor allem, wenn Regentropfen drauf trommeln. Ich genieße das dann regelrecht.

Das MT-Shelter ist eine sehr einfache Ergänzung des MoTrail. Mit wenig Aufwand wird m.E. die Nutzbarkeit dieses tollen Zeltes deutlich vergrößert. Dabei ist es sehr klein verpackbar und wiegt nur 64 g.

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