Von Lübeck bis Santiago – Pilgern zum Ich – Teil 1: Deutschland 2019

Im Jahr 2015 pilgerte ich zum ersten mal auf der Via Francigena von Lausanne nach Rom. Nicht aus religiösen Gründen. Mir ging es darum, in mich hinein zu horchen, vielleicht das eine oder andere neu zu justieren. Vor allem wollte ich andere Menschen auf und an diesem Weg kennen lernen. All dies traf in einem so wunderbaren Maß ein, dass ich nach dem Ende meiner Wanderung beschloss, diesen Weg nicht noch einmal zu gehen. Es konnte ja nicht noch besser werden!

Nun hatte es mich nach vier Jahren Pause gepackt. Angeregt durch Pilgeraktivitäten meiner guten Freundin Claudia pilgere ich nun wieder. Dieses Mal auf Jakobswegen und in Etappen, von meiner Haustür in Lübeck bis nach Santiago di Compostella. Von dieser Reise handelt mein Bericht in Form einer Art Tagebuch. Das Überschriftengerüst steht schon einmal und wird nach und nach gefüllt.

Preludium

Warum tu ich mir das überhaupt an? Diese Frage stelle ich mir meist während der ersten Tage eigentlich jeder Tour, wenn alles noch irgendwie mühsam ist, Körper und Psyche sich auf die neuen Anforderungen einstellen müssen. Dieses Mal stellte ich mir diese Frage schon vor dem Start, denn nach 1.200 km auf der Via Francigena wußte ich, was auf mich zukommen wird.
Ich „tue mir das an“, weil ich inzwischen 66 Jahre alt bin und mich Fragen umtreiben: Wer bin ich eigentlich? Was möchte ich nicht sein? Was sollte ich ändern und was will ich mit der mir noch verbleibenden Zeit anfangen? Seit meiner ersten Pilgerwanderung weiß ich, dass mir Wandern auf langen Wegen hilft, über derartige Dinge nachzudenken. Vieles reduziert sich dann auf das Wesentliche, Alltäglichkeiten können mich nicht ablenken. Dabei lerne ich ziemlich sicher Menschen mit ähnlichen Gedanken kennen und kann mich mit ihnen austauschen. Für mich eine wahre Bereicherung und ein zentraler Teil dessen, was für mich das Pilgern ausmacht!

Meine Vorbereitungen galten hauptsächlich der Festlegung des Pilgerweges und dem Beschaffen von Informationen. Die Ausstattung zusammenstellen war dagegen kaum aufwändig. Ich weiß dank meiner Erfahrungen von der Via Francigena und etlichen Langstreckenwanderungen, was ich brauche und nach vielen Jahren unterwegs auf vielen Wegen befindet sich auch fast alles in meinem Ausstattungsfundus. Davon später mehr.

Die Festlegung des Weges war eng verbunden mit der Suche nach GPX-Tracks, denn inzwischen navigiere ich fast ausschließlich mit dem Smartphone und GPS. Letztlich entschied ich mich für folgende Route:

  • Lübeck bis Münster – Via Baltica
  • Münster bis Köln
  • Köln bis Trier – Via Coloniensis oder Eifel Camino
  • Trier bis Metz
  • Metz bis Cluny
  • Cluny bis Le Puy
  • Le Puy bis St. Jean Pied de Port – Via Podiensis
  • St. Jean Pied de Port bis Santiago di Compostella – Camino Frances

Für all diese Wege fand ich GPX-Tracks, die u.a. hier heruntergeladen werden können.
Das andere wichtige Feld war das Sammeln von Informationen über Pilgerherbergen. Ich meine die in Pfarreien, Klöstern, öffentlichen Einrichtungen oder Privatquatieren. Diese Sammlung wird wohl bis zur letzten Etappe andauern und dabei immer umfangreicher. Die Infos bereite ich für mich derart auf, dass ich sie im Kartenbild meines Phones einblenden kann und bei Bedarf sofort bereit habe. Was bereits vorhanden ist, findet man auch unter diesem Link.
Darüber hinaus werte ich natürlich die erhältlichen Führer und Berichte im Internet aus und sehe, was sich am Weg so findet.

Zur Ausstattung seien nur wenige Dinge angemerkt, alles andere findet sich in der demnächst angefügten Packliste wieder.
Ich versuche immer, so leicht es nur geht, unterwegs zu sein. So nehme ich nur mit, was ich wirklich brauche, nur in der unbedingt erforderlichen Menge und all das sollte wiederum möglichst leicht sein.
Bei meiner Wanderung möchte ich zwar vorrangig in Pilgerunterkünften übernachten, allerdings nicht unbedingt auf sie angewiesen sein. So werde ich ab Trier wieder mein leichtes HexHex Zelt dabei haben, das komplett wirklich nur ca. 1300 g wiegt. Kochen möchte ich allerdings nicht, was einiges an Gewicht spart. Eine leichte ThermaRest-Matte und ein Daunenquilt gehören dazu. Mein Rucksack ist, ebenso wie das Zelt, selbst gemacht und wiegt nur ca. 550 g. Papierkarten oder gedruckte Führer habe ich auch nicht dabei – viel zu schwer. Mein kleiner Luxus ist mein Tablet, da unterwegs Berichte schreiben mit dem Smartphone doch etwas mühsam ist.
Ich werde die Strecke in Etappen absolvieren, da ich nicht mehrere Monate am Stück unterwegs sein kann. Dieses Jahr laufe ich mich erst einmal langsam ein, da geht es in mehreren Etappen durch Deutschland. Nächstes Jahr dann in einer Etappe durch Frankreich und 2021 durch Spanien. Ein Langzeitprojekt!

Lübeck – Hamburg

Das erste Wegstück von meiner Haustür bis Hamburg sollte eher noch einmal ein Test sein. Reicht die Fitness, komme ich mit meinen Schuhen klar oder muss ich sonst noch irgend etwas ändern? So werde das erste Wegstück bis Reinfeld in einer Tagesetappe gehen, bei der ich abends nach Hause zurück kehre. Dann kommen noch einmal von dort bis Hamburg drei Tage in Folge und dann noch drei bis vier Teilstücke bis Trier. Alles so über Frühjahr, Sommer und Herbst verteilt.

Dienstag, 26. März – Haustür – Lübeck St. Jakobi, 5,9 km

Na ja, es war kein Start, eher ein Startchen. Grund: Ich wollte mir unbedingt meinen ersten Stempel an historischer Stätte holen. St. Jakobi ist die alte Pilger- und Seefahrerkirche Lübecks und auch heute gibt es dort noch eine Pilgerunterkunft und sogar ein Pilgerbüro.
Ich nahm also die ersten 6,81 km unter die Füsse und nach nettem Plausch mit einer reizenden Dame aus Portugal erhielt ich meinen Stempel. Dies war notwendig, da ich zu meinem nächsten Wegstück früh morgens aufbrechen wollte, das Pilgerbüro jedoch nur um die Mittagszeit geöffnet ist. Den Stempel hatte ich nun also, weiter sollte es an den ersten Tagen mit besserem Wetter gehen.

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Montag, 01. April – Lübeck St. Jakobi – Rheinfeld Bf, 19,2 km

Die Sonne strahlte mit warmen Licht auf die alten Backsteine St. Jakobis, doch auf den Autodächern blühte noch der Rauhreif vom Frost der Nacht, als ich früh am Morgen meine ersten Schritte Richtung Santiago setzte. Mit dem Wissen über mein Vorhaben ein merkwürdiger Moment. Ich kehrte dem alten Gemäuer den Rücken, schritt zügig aus und hoffte still, dass irgendwie vielleicht ein Segen auf meinem ganzen Vorhaben liegen möge.

Die alten Mauern von St. Jakobi zu Lübeck

Zunächst ging es durch den alten Kern der Stadt, vorbei an der mächtigen, aber doch filigranen Marienkirche, dann am Rathaus und am anderen Ende der Stadtinsel am alten Zeughaus, überragt von den wuchtigen Türmen des Doms, ehedem Sitz der von den freien Stadtbürgern nicht sonderlich geliebten Bischöfe.
Schließlich verließ ich auch schon an den alten Mühlen vorbei die Stadtinsel und befand mich kurz darauf am Ufer des Kanals – und wiederum jäh und kurz darauf vor einer Baustellensperre an der Possehl-Brücke. Eigentlich wollte ich hier zur Brücke hinauf und auf das andere Ufer wechseln. Doch nichts ging! Sich hier irgendwie durchmogeln zu wollen ist eine schlechte Idee. Wegen weit reichender Zäune kommt man nicht zur Brücke oder Strasse hoch. Also ca. 200 Meter zurück und den abzweigenden Fuß-/Radweg entlang des Stadions Buniamshof nehmen. Nun funktionierte es und ich wanderte entlang der Kanaltrave aus Lübeck heraus.
Hinter der Brücke bemerkt man von der Stadt nicht mehr viel und man muss sich nicht nicht, wie oft bei anderen Städten, über endlose Kilometer durch „Speckgürtel“ quälen. Erst in Moisling – gesprochen „Meusling“ – stieß ich wieder auf Häuser. Im Ort frühstückte ich in der Bäckerei im Rewe, dann ging es weiter. Hinter der Autobahn tauchte ich ein in das sanfte Auf und Ab der Endmoränenlandschaft des Travetals, hin und wieder unterbrochen durch tiefe Einschnitte glazialer Bachtobel. Der Weg war einfach zu gehen und abwechselungsreich. Die Geräusche der Zivilisation klangen dünn und blaß von weit her.
Kurz vor Klein Wesenberg begrüßte den Pilger ein Schild am Wegesrand und beim Gemeindehaus werden Pilger zum Übernachten eingeladen. Ich war schon etwas erstaunt und angenehm überrascht, denn derartiges hatte ich im hohen Norden nicht erwartet.
In Stubbendorf musste ich etwas genauer schauen um den Weg nicht zu verlieren. Aber auch das war letztlich kein Problem und kurze Zeit später saß ich in Reinfeld im Zug nach Lübeck.
Das Wegstück hatte mir durchaus gefallen. Im Stadtgebiet schien mir die Beschilderung etwas lückenhaft, später war sie für meine Bedürfnisse in Ordnung. Meine neuen Schuhe hatten sich sehr gut bewährt, allerdings waren die Füße etwas müde und meine Oberschenkel spürte ich auch. Beides war wohl auf noch nicht optimalen Trainingsstand zurück zu führen.

Donnerstag, 04. April – Reinfeld BF – Kloster Nütschau, 15,8 km

Das fing ja gut an. Am Reinfelder Bahnhof angekommen rief ich zunächst einmal im Kloster an. Kein Übernachtungsplatz, alles durch eine Gruppe besetzt! Zum Glück hatte ich noch eine zweite Adresse in Nütschau. Bei Frau Dräger klappte es dann – und wie ich später feststellen musste erwies sich mein vermeintliches Pech geradezu als Glücksfall!

In der Bahn auf dem Weg nach Reinfeld


Vom Bahnhof aus ging es vorbei an diversen Teichen – Reinfeld ist im Norden als Karpfenstadt bekannt – schnell aus der Stadt heraus. Wieder lief ich durch diese weichwellige Moränenlandschaft mit ihrem eigentümlichen Reiz. Es ist wirklich schön, dort zu wandern und der nicht verschwinden wollende Hochnebel tauchte alles in ein eigenartig fahles Licht.
Irgendwann erreichte ich die Trave und der Weg begleitete sie teilweise durchaus malerisch bis Bad Oldesloe hinein. Dort war ich dann schon froh, GPS zu haben. Die alte Innenstadt ist recht winkelig. Der Pilgerweg führt mitten hindurch und die Wegmarken sind nicht immer schlüssig.
Nachdem ich die Stadt durchquert hatte, kam ich wieder an die Trave. Kurze Zeit später ging ich mit ein klein wenig “Lappland-Feeling“ auf langen Bohlenwegen durch das NSG Brenner Moor und anschließend auf Dämmen durch das Wolkenweher Befeuchtungsgebiet, das wohl der Renaturierung ehemaliger Moorflächen dient.
Schließlich erreichte ich die Schloßstraße bei Nütschau. Hier noch einmal ca. 300 Meter nach rechts, Richtung Nütschauer Schanzen, und ich stand vor der heimeligen Reetdachkate von Frau Dräger. Der Hausherr machte gerade den Service für seine Vespa, mit mächtig Gas geben und entsprechendem Krawall. Der sehr freundlichen Begrüßung durch den Hausherren und dem Haushund folgte ein bereits bereit stehendes Tablett mit Kaffee und Keksen.
Schließlich erschien auch Frau Dräger, wies mich ein und wir plauschten ein wenig. Mein Schlafraum war der Meditationsraum von Frau Dräger, in dem sie sich mit ihrer Frauengruppe um Achtsamkeit im Alltag und Stressbewältigung kümmert. Ein Bett hatte ich dort nicht, jedoch dicke Berber-Teppiche, sowie ein Duschbad. Im Sommer bauen sie auch ein Zelt auf. Also, Schlafsack und Matte sind Pflicht, aber ich fand es toll dort und fühlte mich rundum wohl. Der Rest des Abends war dann die übliche Routine. Irgendwie war ich sogar froh, dass ich nicht im Kloster unterkommen konnte. Meine schöne Unterkunft erschien mir viel individueller.
Die neuen Schuhe bereiteten mir nach wie vor keine Probleme und auch die Beine schmerzten nicht mehr. Meinen Füßen merkte ich jedoch noch ein wenig das fehlende Training an.

Freitag, 05. April – Kloster Nütschau – Bargfeld-Stegen, 22,7 km

Auch heute musste sich die Sonne mühen, bis sie irgend wann Mittags endlich erste, zaghafte Strahlen durch den hartnäckigen Hochnebel schicken konnte. Und das auch nur kurz.
Von meinen Gastgebern mit Schwarzbrot-Butterstulle und einem steifen Kaffee á la Hausherr gut gestärkt, verließ ich so gegen 08.30 Uhr das erste heimelige Haus. Nach ein paar hundert Metern kehrte ich ins Kloster ein und verbrachte im dortigen, menschenleeren Andachts-/Kirchraum einige Zeit der Besinnung und Erinnerung. Vor vielen Jahren war ich bereits aus anderem Anlass hier und hatte diesen Raum mit seinen wundervollen blau- und graubunten Glaswänden nie vergessen. Ich war fasziniert wie damals.
Dann holte ich mir im Haus St. Ansgar am Empfang noch den hübschen Stempel des Klosters und hinaus ging’s in Flur und Wald.

Irgendwann gegen Mittag erreichte ich Sülfeld. Im dortigen Edeka füllte ich erst einmal meine Lebensmittelvorräte auf und genehmigte mir ein zweites Frühstück. Der Anruf bei der Kirchengemeinde Bargen ergab, dass ich willkommen sei, allerdings gegen kurz nach drei dort sein müsste, da sonst der Küster nicht mehr vor Ort wäre.
Ich folgte jetzt dem interessanten Hanseatenweg am Südrand des NSG Niendorfer Wohld, verlief mich kurz und musste zum Schluss noch ordentlich die Beine in die Hand nehmen, zumal sich auch noch herausstellte, das der POI der Unterkunft an falscher Stelle lag.
Schließlich erreichte ich das moderne Gemeindehaus in Bargfeld-Stegen. Ich wurde von Herrn Jansen, dem Küster und einer Frau aus der Gemeinde sehr herzlich empfangen. Beide saßen in der Sonne vor dem Gemeindehaus und auch ich wurde erst einmal – typisch norddeutsch – zu Kaffee und Butterkuchen eingeladen.
Unten im Keller konnte ich dann mein Domizil für die Nacht beziehen. Auch hier waren wieder Matte und Schlafsack erforderlich. Zwei Küchen hat’s, Toiletten mit Waschgelegenheit, aber keine Dusche. Egal, dafür gab’s aber WLAN.

Samstag, 06. April – Bargfeld-Stegen – Hamburg, ca. 26 km

Ich mag nicht durch Städte laufen. Nach Tagen bester Luft und weitgehender Ruhe war ich nun, immer dem Alster-Tal folgend, tief nach Hamburg hinein gelaufen. Der Weg ist recht schön, aber die zunehmend schlechtere Luft und immer intensiver werdende Geräuschkulisse der Großstadt setzten mir zum Schluss erstaunlich zu. Also vertraute ich mich dem letzten Stück zum Hauptbahnhof der S-Bahn an und beendet damit meine erste richtige Etappe auf der Via Baltica. Doch von vorn.


Nach einer guten Nacht standen nach den üblichen Morgengeschäften erst einmal ein guter Filterkaffee plus Käsebrot und Rosinenbrötchen an. Irgendwann gegen kurz nach acht verließ ich dann diesen gastlichen Ort.
Da ich nicht wieder ein ganzes Stück des gestrigen Weges entlang der Hauptstraße zurück laufen wollte, hatte ich mich entschlossen, den südlicher verlaufenden „Hanseatenweg“ zu gehen. Er sollte in weiten Teilen durch die Wiesen und an NSG vorbei verlaufen.
Wie sich dann heraus stellte, war es eine gute Entscheidung. Es war noch kühl so füh und die Sonne musste sich durch den Hochnebel kämpfen, aber dann wurde es ein herrlich sonniger Tag. Zügigen Schrittes zog ich durch Felder und knorrige, alte Alleen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es davon noch Ende der 60er viele davon gab, bis der ADAC sie als Todfeind der Autofahrer ausgemacht hatte und ihnen den Krieg erklärte. Der folgenden Kampagne fielen viele in den 70ern und 80ern zum Zwecke einer vorgeblich verbesserten Verkehrssicherheit den Kettensägen zum Opfer. Ich empfand das immer einfach nur als Schande.
Nun gut …
Interessant war auch das Stück NSG vorbei. Erstaunlich, was es dort wohl noch alles geben soll, sogar Kreuzottern.

Bei Wulksfelde stieß ich dann wieder auf den Pilgerweg und auf das Alster-Tal. Diesem folgte ich nun immer weiter nach Süden. Die Alster ist hier noch erstaunlich naturbelassen und der gut zu laufende Kiesweg abwechselungsreich und schön durch das meist bewaldete Flusstal zu gehen.
Doch je mehr man sich dem Stadtkern nähert, je mehr macht sich die Lärmkulisse dieser Riesenstadt bemerkbar. Mit der Zeit ging mir das auf die Nerven und bei Ohlsdorf beschloss ich, die S-Bahn zum Hauptbahnhof zu nehmen. Gegen 17.30 Uhr war ich dann wieder zuhause.

Auf dieser ersten Etappe wollte ich vor allem die Chance nutzen, mich und meine Ausstattung noch einmal zu überprüfen.
Fast ohne Training befinden sich die 20 km pro Tag durchaus in meiner Komfortzone. Darüber hinaus dürfte es, zumindest am Beginn, zunehmend anstrengender werden. Ich denke aber, dass nach ein paar Tagen auch die 30 km wieder kein Problem mehr und damit Normalität sein sollten.
Beschwerden hatte ich keine, allerdings bedarf meine Fußmuskulatur noch etwas des Trainings. Die neuen Schuhe funktionieren jedoch prima. Keine Blasen, keine sonstigen Probleme und schön leicht und luftig. Da mir ggf. nasse Füsse nichts ausmachen für mich genau richtig.
Mein Rucksack, das selbst genähte „Modul-Pack l“, bewährte sich mit ca. 6 -7 kg Gewicht ganz auchgezeichnet. Nichts drückte oder tat sonst irgendwie weh. Durch den Hüftgurt lag die Last fast unspürbar auf den Hüften und war an den Schultern kaum zu bemerken.
Was ich mir jedoch noch nähen werde ist eine Art Spannbettlaken aus ganz leichtem, angenehm auf der Haut liegendem Pertex Quantum. Ich schlafe unter einem Quilt und da scheint mir derartiges sinnvoll.
In Deutschland werde ich auch weiter ohne Zelt pilgern. Irgend etwas geht immer! Und im Mai geht es dann ab Hamburg weiter. Bis Bremen oder Osnabrück oder auch Münster, wer weiß … ?

Hamburg – Bremen

Bremen – Münster

Münster – Köln

Köln – Trier

4 Antworten auf „Von Lübeck bis Santiago – Pilgern zum Ich – Teil 1: Deutschland 2019“

  1. Moin moin Hartmut,
    das ist ja mal interessant. Pilgern. Bemerkenswert besonders deshalb, weil ich im Mai 2020 den Camino de Levante gehen werde.
    Bis bald mal wieder.
    Ingo.

  2. Hallo Rudi,
    danke für die Rückmeldung. Mit dem Rad geht es diesen Monat noch um den Bodensee und im August drei Wochen kreuz und quer durch Holland. Der Drahtesel bekommt also genügend Auslauf! 😉
    Zu den Ausgaben für Übernachtung und Verpflegung werde ich gern immer mal wieder berichten.
    Viel Spaß mit den zukünftigen Berichten.

    Gruß aus Lübeck – Hartmut

  3. Hallo Hartmut,
    tolles Vorhaben, Respekt und diesmal ohne Dein geliebtes Rad? Freue mich schon auf weitere Berichte.
    Mich würden die Übernachtungs- und Verpflegungskosten auch mal interessieren.
    Vielleicht kannst Du das ja mit einfließen lassen.

    PS: und Danke für die Reaktivierung der verlorenen Artikel betreffs Locus Maps

    Viele liebe Grüße,
    der VeloRudiX

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